Ernstfall

Verbotener Ernstfall • Ausstellung "Lustmarsch durchs Theoriegelände" im ZKM Karlsruhe, 2006 © Jürg Steiner

Unter zivilisierten Menschen gilt, daß Kriege nur noch zur Verhinderung von Kriegen geführt werden dürfen.

(Lock-Buch, S. 174)

Der Schweizer Oberdivisionär Bachmann bekundete 1998 öffentlich auf der Tagung "Kunst & Krieg", daß Bazon Brock mit dem "Theorem des verbotenen Ernstfalls" alle zukünftigen Verteidigungsstrategien formuliert habe, die als erste die Schweizer anwandten. Schon heute gilt die Null-Tote-Doktrin in westlichen Armeen.

Die Schweizer haben im 20. Jahrhundert ein großartiges Beispiel für das "Theorem des verbotenen Ernstfalls" geliefert.

Angesichts der Bedrohung durch den Herrschaftswillen Adolf Hitlers und seiner Panzerverbände, des militärischen Instruments zur Durchsetzung des deutschen Vormachtstrebens, fragten sie sich, wie sie ihre Selbständigkeit erhalten könnten. Die Antwort gab der Schweizer Oberst Henri Guisan, der zwei grandiose Analogien in Dienst zu stellen vorschlug. Zum einen sollten in Analogie zum Schweizer Käse die Berge durchlöchert werden, damit sich Armee und Bevölkerung bei Gefahr in die Aushöhlungen zurückziehen konnten; zweitens sollten in Analogie zum bekannten Schweizer Schokoladenriegel Panzersperren gebaut werden. Mit Tobleroneriegeln aus Zement ließen sich alle Zugänge von den Ebenen in die Berge sperren.

(Lustmarsch durchs Theoriegelände, S. 65 f.)

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