Quelle, Essenztext, Themen, Leser, Status inTumult 37/2011 im AbschnittKein Halten mehr? Anfang des Endes Eine solche säkular-klösterliche Anlage, wie wir sie hier auf Schloß Neuhardenberg haben, ist dann, mit Sloterdijk zu sprechen, als Übungsanlage auf Zeit tatsächlich so etwas wie ein Versuch, heute eine Conduite-Schule für diejenigen einzurichten, die kraft ihres Denkens gerade nicht allfällige Lösungsvorschläge erarbeiten können, sondern durch das Arbeiten die Probleme in immer tieferem Sinne als prinzipiell unlösbar darstellen und deswegen tatsächlich zum Problem machen. Denn Probleme, die lösbar waren, sind keine. Man brauchte sie ja nur zu lösen. Was sollte es da für einen Sinn haben, sich auf die Problematisierung einzulassen? Themen Arbeit an unlösbaren ProblemenProblematisierung Martin Kohlhaas
Quelle, Essenztext, Themen, Leser, Status inLustmarsch durchs Theoriegelände, 2008 im AbschnittDer verbotene Ernstfall Die Surrealisten haben mit dem cadavre exquis versucht, eine Logik zu entfalten, die man nicht antizipieren kann. Als Künstler haben sie symbolische Repräsentationen entwickelt, die nicht mehr per Ikonographiehandbuch in Kognitionen oder Imaginationen übersetzbar waren, sondern die ganz der Beschäftigung mit unlösbaren Problemen verpflichtet waren. Sie fanden heraus, daß gerade die Zumutung der Unlösbarkeit des Problems ungemein stimulierend auf den Betrachter wirkte. Plötzlich war klar, daß man sich nicht mehr mit Problemen auseinandersetzt, um sie loszuwerden, sondern um zum Kern der Sache vorzustoßen, der prinzipiellen Unlösbarkeit von Problemen. Themen Arbeit an unlösbaren Problemen Martin Kohlhaas