Bildersturm und stramme Haltung

Texte 1968 bis 1996

Bildersturm und stramme Haltung - Titelseite
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Bazon Brock steht mit seinem Denken und Schreiben für die Erhaltung des Momentums der Moderne in postmoderner Zeit ein, in unübersichtlichen Lagen, in dekonstruierten Räumen. Moderne ist dabei in des Wortes striktester Bedeutung zu fassen, als radikale Entfernung tradierter Wurzeltriebe ohne funktionalen Wert. Dazu gehört in erster Linie die Verabschiedung von der Würdeformel Kunst als unangreifbarer Kategorie des theologisch Transzendenten, mindestens des bewundert Erhabenen; das umfaßt aber auch die Einbindung eines jeden ästhetischen Gegenstands in das Schreiben , und sein er noch so banal und alltäglich. Schon die Differenzierung der beiden letzten Begriffe – daß das Banale nicht unbedingt alltäglich und das Alltägliche schon gar nicht banal sei – formt ein Perpetuum mobile unter vielen im Brockschen Denken.

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2 Zur Geschichte des Bilderkrieges um das Realismus Problem

An Grundpositionen im historischen Bilderkrieg sind dem dialektischen Sprachgebrauch Brocks nach zu unterscheiden:

  1. Die Bilderfeinde = Ikonoklasten = die wahren Bilderverehrer, denn der Wirklichkeitsanspruch des Abbilds dominiert;
  2. Die Bilderfreunde = Ikonokluden = die wahren Bilderfeinde, denn der Wirklichkeitsanspruch des Abgebildeten dominiert;
  3. Die Bilddialektiker, die mit der Bildreflexivität arbeiten, also mit der Nichtidentität von Abbild und Abgebildetem