Lustmarsch durchs Theoriegelände – Ästhetik einer schweren Entdeutschung. Mit Liturgien und Performances.

Vom Sorgenkind zum Wundergreis – Bazon Brock zieht Bilanz zum Siebzigsten und sammelt Grabbeigaben für seine Generation.

70. Geburtstag | Ausstellung "Lustmarsch durchs Theoriegelände", Von der Heydt-Museum, Wuppertal, 2.06.2006
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Von der Heydt-Museum

Turmhof 8

42103 Wuppertal

5. Leben als Baustelle – Scheitern als Vollendung

Schönheit des Häßlichen

Thementotem und Performancerahmen für Von der Heydt-Museum, Wuppertal

Unser Gehirn hat seine fabelhafte Fähigkeit in der langen Geschichte der Evolution ausbilden können durch Herausforderungen der menschlichen Lebensanstrengungen. Was das Gehirn kann, spiegelt also die Probleme, mit deren Bearbeitung es im Laufe der Evolution beschäftigt war. Bevor wir neue Konzepte der Humanisierung entwerfen, sollten wir besser kennenlernen, wie wir von der Evolution ausgestattet wurden. Von Natur aus sind wir auch kulturpflichtig. Erst wer die Natur der Kulturen kennt, hat Chancen, ohne brutale Erzwingungsstrategie wünschenswerten Zielen der Menschheit mit Vernunft entsprechen zu können; also Hominisierung vor Humanisierung. Für diese unumgängliche Selbstaufklärung steht die Metapher Leben als Baustelle; gefordert werde experimentelle Selbsterfindung, Erprobung von Biographieentwürfen und schließlich Verpflichtung auf einen zukünftigen Lebenslauf. Da dergleichen, wie die meisten Experimente, durch Scheitern aussagenträchtig wird, sollte man nach dem Beispiel der Künstler trainieren, immer besser und gewinnbringender zu scheitern.

Bezug auf Brocks Kooperation mit Heiner Mühlmann: „Die Natur der Kulturen“ und Wuppertal, „24 Stunden“ Happening 1965, Lehrtätigkeit an der Bergischen Universität Wuppertal, Ausstellungen im Von der Heydt-Museum, Wuppertal