Vortrag zum 20jährigen Jubiläum von Apple Macintosh

TAM oder die Kunst, den Computer zu denken.

Wer sich einen Frack zulegt, rechnet mit dem Dirigenten in sich, wer sich einen Sessel von Le Corbusier anschafft, hofft aufs Geradesitzen ohne Gemütlichkeitsstützen, wer sein Traumauto steuert, kann endlich mit Würde langsam fahren – nur Luxus ermöglicht Askese oder, wie die Avantgardisten unseres Jahrhunderts sagten: less is more.

Wo wäre Askese heute wünschenswerter als am Datenfließband der Computer?

Wer einen TAM erwirbt, bewahrt die Würde, nicht zum Sklaven der Zeichenmaschine zu werden, behauptet sich selbst gegen den kindlichen Spieltrieb und ist souverän genug, ohne ständige Stimulierung seines Erlebnishungers auszukommen.

TAM ist mehr als die herkömmlichen Kommunikationskisten, weil er weniger ist – weniger Hardwaremasse, weniger Objektvolumen. Fast schon ein virtuelles, bloß noch theoretisches Objekt, reduziert wie Malewichs schwarzes Quadrat, fast so immateriell wie eine Erscheinung im Gegenlicht.

TAM ist das Bild, das wir uns von der Vollkommenheit machen, eine Vorstellung der suggestiven Leere wie das Barcelona-Haus von Mies van der Rohe. Es war stets das ultimative Urteil über Design-Produkte, in diesem Tempel konzentrierter Geistesgegenwart ihren Platz behaupten zu können. Unter allen bisher angebotenen Maschinen der Zeichengebung kann man sich nur den TAM in diesem Gehäuse des reinen Denkens vorstellen, denn er ist selbst ein Solches.