Musealisierung als Zivilisationsstrategie

Arbeitsheft zum Symposium „Musealisierung als Zivilisationsstrategie“, das am 24. November 2009 stattfand.

Musealisierung als Zivilisationsstrategie | Titelseite. Gestaltung: Gertrud Nolte Musealisierung als Zivilisationsstrategie | Arbeitsheft, S. 1 Musealisierung als Zivilisationsstrategie | Arbeitsheft, S. 2 Musealisierung als Zivilisationsstrategie | Arbeitsheft, S. 3 Musealisierung als Zivilisationsstrategie | Arbeitsheft, S. 4 Musealisierung als Zivilisationsstrategie | Arbeitsheft, S. 5 (Inhaltsverzeichnis 1/2) Musealisierung als Zivilisationsstrategie | Arbeitsheft, S. 6 (Inhaltsverzeichnis 1/2)
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Was ist ein Produzent ohne den urteilsfähigen Konsumenten, was vermag der Arzt ohne einen therapietreuen Patienten, was der Künstlerohne einen verständnisfähigen Betracter und Zuhörer, was richtet der Politiker aus ohne einen kritikfähigen Wähler, was nutzt die Predigt, wenn sie nur auf tumbe-taube Ohren stößt?

Durch Wissen klagend - 

durch Klagen leidend - 

durch Leiden wissend

Agnosce, dole, emenda

Seite im Original: 107

Manfred Schlapp und Andrea Kühbacher: Nekrolog auf das abgeklärte Europa

Andrea Kühbacher und Manfred Schlapp erstellten gemeinsam das Konzept für diesen „Nekrolog“: Manfred Schlapp hat die Thematik ersonnen und Andrea Kühbacher schuf dazu einen „Lichterbaum“, geschmückt mit Figuren und Symbolen, die das Thema illustrieren. Im Duett treten sie auf: Sie hängt den Lichterbaum ab und er kommentiert.

S A L V E !
Wir räumen ihn ab, wir räumen ihn auf, den Lichterbaum, auf dessen Spitze die Frohbotschaft steht: fiat lux! Salve, Europa, schöne Königstochter aus Tyros, die im Begriffe ist, klammheimlich abzudanken!

PROLOG
Sie kam von Tyros übers Meer …
Von den vielen Liebesgeschichten, die sich um den Göttervater Zeus ranken, ist die Geschichte von Europa und dem Stier am denkwürdigsten. In ihrem historischen Kern verwahrt diese Sage ein Stück Kulturgeschichte, wie sie großartiger nicht sein könnte. Aus dem lokalen Liebesabenteuer von einst ist ein globaler Auftritt geworden! Aus Tyros, der Hauptstadt der Phönizier, entführte Zeus in der Maske eines Stiers die schöne Prinzessin Europa. Im Zeichen des Stieres wurde ein kostbarer Schatz aus dem Morgenland in Richtung Abendland exportiert. Um welchen Schatz handelt es sich und was hat er mit einem Stier zu tun? Die Antwort liegt auf der Hand: Die Buchstabenschrift, unser Alphabet, das mit einem Stier beginnt! „Alif“, der Stier, lieferte die Vorlage für den Laut und den Buchstaben A. Dieser Buchstabe symbolisiert einen Stierkopf. Dreht man ihn in die ursprüngliche Lage, dann ragen die Hörner wie einst in die Höhe. Das Alphabet, die Morgengabe der schönen Königstochter Europa, verbreitete sich bald über die Städte und Inseln Griechenlands. Mit dem Imperium Romanum drang es bis an die Grenzen der damaligen Welt vor, und ein Millennium nach dem Untergang des römischen Reiches vollendeten die so genannten christlichen Seefahrer das Werk: Das Alphabet wurde globalisiert! Und heute surft die phönizische Königstochter dank elektronischer List Nonstop rund um den Globus. Welch ein Siegeszug! Uns aber freut: Mit Hilfe Deiner Zeichen, schöne Europa, sind die Gedanken und Ideen niedergeschrieben, die unseren Lichterbaum illuminieren!

FIAT LUX!
In Milet fing alles an …
Den Beginn der Welt-Erfahrung setzten Ioniens abenteuerlustige Söhne, die von Milet aus mit ihren Schiffen bis in den Nord- und Südatlantik vorgedrungen und womöglich sogar in Nordamerika gelandet sind. Ihre Abenteuer sind in der Odyssee nachzulesen, einem Epos, das in Milet niedergeschrieben worden ist. Denn: In Milet gab es Papier – importiert aus Ägypten –, mithin ein preiswertes Schreibmaterial, das Dichter und Denker in die Lage versetzte, ihre Gedanken und Ideen aufzuschreiben.

Es erstaunt nicht, daß in Milet die Geburtsstunde des Abendlandes schlug: Hier wurde die Weltauster aufgebrochen; hier hat sich der radikalste Paradigmenwechsel der Menschheitsgeschichte ereignet; hier wurden die Götter entthront und an deren Stelle die Naturgesetze gesetzt; hier fand der Schritt vom Mythos zum Logos statt! Den weltkundigen Vorsokratikern zur Seite stand Pythagoras, der die Geschichte der Weltauszählung einleitete. Bald folgten die Sophisten, die den Menschen und seine aberwitzigen Ideologien demaskierten. Griechischer Scharfsinn und östliche Weisheit fanden in Dir, Epikur, dem Vater der Menschenrechte, ihre Meisterschaft. Gewürdigt seiest auch Du, Antisthenes, Ahnherr des kynischen Witzes und einer Lebensphilosophie, die von allen geächtet wird, die dem Totalitarismus huldigen!

Als sich das Licht der Antike zu verdunkeln begann, vergingen Jahrhunderte, bis Prometheus wieder zum Leben erwachte. Seine Wiedergeburt markiert ein Spreng-Satz aus dem 12. Jahrhundert: „Universalia tantum sunt nomina!“ Doch es sollte noch lange dauern – den englischen und französischen Freidenkern sei Dank! –, bis das Licht der neuzeitlichen Aufklärung zu leuchten und Kants „aude sapere!“ in die Köpfe der Menschen zu sickern begann. Kaum dort angekommen, kehrten die dunklen Mächte zurück – zunächst im Rausch des nationalen Wahns, dann in Gestalt des Faschismus und des Kommunismus und zu schlechter Letzt im Mantel einer religiösen Ideologie!

EPILOG
Wer musealisiert die Muselmanen?
Vor 25 Jahren löste der Verhaltensforscher Eibl-Eibesfeldt einen Sturm der Entrüstung aus, als er von einem „Krieg der Wiegen“ sprach, den die Deutschen verlieren werden. Heute, ein Vierteljahrhundert später, erscheint die angebliche Bedrohung in einem anderen Licht. Nicht Deutschland, sondern ganz Europa sieht sich mit einer Herausforderung konfrontiert, die andere Züge trägt als die von Eibl-Eibesfeldt skizzierten. Primär findet nicht ein ethnischer, sondern ein soziokultureller Wandel statt. Die Rede ist von Europas schleichender Islamisierung. Werfen wir einen exemplarischen Blick in das nördliche Europa! Analog zu den westeuropäischen Staaten ist auch England von einem dichten Netz muslimischer Gemeinden überzogen, die in Ballungsräumen am schnellsten wachsen. Eine Studie der University of Manchester besagt, daß in Städten wie Birmingham oder Bradford die Muslime in 15 Jahren die Mehrheit bilden. Auch über den Fjorden Norwegens ist der Halbmond aufgegangen. Ob der ewige Friede anbricht, wenn wahr wird, was Demoskopen prognostizieren? Nach ihren Berechnungen dürfen sich Schweden und Dänen zur Jahrhundertmitte einer muslimischen Bevölkerungsmehrheit erfreuen. Im Internet hat eine dänische „Koran-Partei“ (hisb-ul-qurân) die Machtübernahme bereits angekündigt! Dazu ein Wort von Peter Sloterdijk: „Kein Mensch würde sich um die dunklen Koranstellen kümmern, wären da nicht die Millionen zählenden gewalthungrigen Gottsucherbanden, die sich diese Worte für ihre kommenden Taten zurechtlegen.“ Die Frage sei erlaubt: ex oriente nox?


V A L E !
Wir haben ihn abgeräumt, wir haben in aufgeräumt, ihn, den Lichterbaum, auf dessen Spitze die Frohbotschaft leuchtete: fiat lux! Vale, Europa, Du schönste aller Königstöchter! Verwahrt werden Deine Schätze in den Stauräumen für Sondermüll, die auch Museen genannt werden, in der Hoffnung, eines guten Tages wieder entdeckt und wieder- erweckt zu werden!