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„Die Utopie des Designs“

Utopie des Designs | Ausstellung 1994 im Kunstverein München
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Für die Geschichte von Corporate Design und Corporate Identity spielen Konzept und Planung der Münchener Olympiade '72 eine große Rolle. Damals haben die später führenden europäischen Designgruppen versucht, Unternehmenskultur, Stadtplanung, Ereignisinszenierung und Medienexpansion im Zusammenhang zu sehen und zu gestalten. Dieser Ansatz wurde für alle späteren urbanen Großveranstaltungen (z.B. Olympiade Los Angeles, Weltausstellung Sevilla) wirksam - leider kaum in Deutschland nach 1972, so sehr man auch für die Leichtathletikmeisterschaften in Stuttgart um die Erweiterung des Kulturbegriffs bemüht gewesen sein mag. Fehlen uns Gestalterkaliber wie Otl Aicher? Fehlen uns weitsichtige Unternehmer, die überhaupt noch internationales Niveau anstreben? Die Blamage der Berlin-Bewerbung für Olympia 2000 sollte uns veranlassen, die Münchener Design-Utopien von '72 genau anzusehen und sie für zukünftige Ereignisinszenierungen in unserem Lande zu nutzen.

Das ist von größter Wichtigkeit für alle Produkt- und Marktstrategen, für Kampagnendesigner und PR-Manager. So gut hat man einmal in Deutschland gearbeitet, und so gut sollten wir wieder werden.

(anlässlich der Ausstellung "Die Utopie des Designs", Kunstverein München, 11. März - 24. April 1994)