Vortragsreihe "Blauer Montag"

Das Modell als Arché der Architektur | Plakat zum Vortrag in Winterthur/CH am 17.05.2010, Universität für Angewandte Wissenschaften Zürich
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Schon namentlich ist Arché-tektur als stabilitas, als Festigkeit auf letztem Grund und somit als Letztbegründung für Menschen als den Behausten eine Grundlagendisziplin. Aber nicht ein Fels als Urgrund ist gemeint, wie er im Namen Petrus griechisch und lateinisch die Gründung der Christenheit bezeichnet, sondern die Tatsache, dass Architekten Weltmodellbildner sind. Ihre technisch-gestalterische Kunst beweist sich als Übersetzungsverhältnis des Kleinen ins Große, der Aufsicht in die Untersicht, von Ideen in Form, von Symbolen in materielle Realität, von Holz in Stein, von einem Maßstab in andere Maßstäbe.
Der Inbegriff der Übersetzung als Modell ist die transzendentale Brücke von Virtualität und Realität, von Antizipation als Wirkursache und technischer Manipulation in consecutio temporum, als dem kontinuierlichen Arbeitsprozess also. Mit dem Einsatz des Werkzeugs Computer, etwa bei Frank Gehry, Zaha Hadid und den Blob-Architekten, droht nun diese Grundlegung der Arché-tektur durch Modellbau ausgelöscht zu werden, weil bei besagten Architekten die Differenz von Modell und Ausführung aufgehoben wird.

Das Modell als Arché der Architektur