Hamburger "Brock Block"

Kritik der Wahrheit aus dem Geiste der Utopie. Das Prinzip Hoffnungsglück

Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Veranstaltungshinweis des Kunstvereins in Hamburg

»Kritik der Wahrheit aus dem Geiste der Utopien. Das Prinzip Hoffnungsglück«
Bazon Brock im Gespräch mit Harald Falckenberg, Jso Maeder und Michael Mattern

Samstag, 20. Juni 2009, 15–18 Uhr und Sonntag, 21. Juni 2009, 12–16.30 Uhr
Kunstverein in Hamburg – Klosterwall 23, 20095 Hamburg

„Wie kraftvoll und am Ende klarsichtig, historisch und analytisch, das Kollektivbewusstsein der 68er gewesen ist, zeigt sich unabweisbar darin, dass schließlich die Geschichte die Ziele der Generationsgenossen verwirklichte, die zum ersten Mal in der Weltgeschichte volle Verfügung über das gesamte Spektrum von Konsumgütern erhalten hatten: Suhlen in der Fülle des Lebens. Amerikaner, Franzosen, Deutsche, Holländer wünschten sich als Vertreter dieser Generation nichts sehnlicher als den Zusammenbruch des US-Imperialismus, den Sieg des sozialistischen Lagers in der Ost-West-Konfrontation mit triumphaler Entfaltungsdynamik Russlands und Chinas, den Aufstand der muslimisch geprägten Dritten Welt gegen den Westen und schließlich das triumphierende Selbstbewusstsein der „Afrikaner“ gegen den weißen Rassismus. Bisher lassen alle zum 40. Jahrestag der Studenten-Revolten veröffentlichten Würdigungen die entscheidende Einsicht vermissen, dass sich nämlich die Vorstellungen der 68er im größtmöglichen Umfang mit größtmöglichem Nachdruck erfüllt haben: Der amerikanische Führungsanspruch ist weltweit vollständig desavouiert, Russland und China sind die zukünftigen erstrangigen Weltmächte, der Moslemgürtel zwischen Malaysia/ Indonesien und Tunesien-Algerien-Marokko diktiert das religiöse Offenbarungswissen als Letztbegründung jedes weltlichen Diskurses; sogar die Negerküsse wurden politisch korrekt zu Dickmann’s umbenannt und die Europäer dürfen die Gewissheit haben, mit ihren 600 Jahre lang die Welt beherrschenden politischen Konzepten, mit wissenschaftlichen Ideen und deren technischen Umsetzung in Zukunft nur noch eine „Ferner-Liefen“-Position einnehmen zu können. Was für eine Bilanz! Jedenfalls im Verhältnis von Absicht und Konsequenzen oder von Input und Output erweist diese Bilanz die 68er als die erfolgreichste Generationsgemeinschaft aller Zeiten. Ob die damaligen Vertreter einer solchen Entwicklungsvision heute die Erfüllung ihres Wunschkatalogs noch genauso positiv einschätzen wie etwa 1968, interessiert die Geschichte nicht im Geringsten.“

Kunstverein in Hamburg
Klosterwall 23
20095 Hamburg
Tel. +49(0)40 32 21 57
www.kunstverein.de


Die Veranstaltung ist Teil des Hamburger »Brock-Blocks« mit zwei weiteren Terminen im Kunstverein Harburger Bahnhof und beim KunstHasserStammTisch