Kunst und Leben des Bazon Brock

Vorgestellt zu seinem 70. Geburtstag

NDR Kultur
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Von Natascha Freundel

Bazon Brock ist eine Kunstfigur: Eine erfundene Person und eine Figur im Dienste der Kunst. Und er ist ein großer, grenzenloser Redner: griechisch “bazein” heißt “schwatzen”. Am 2. Juni feiert er seinen 70. Geburtstag. Fünfzig Jahre außergewöhnlicher Kunstvermittlung liegen hinter ihm. Dazu gehören Happenings u. a. mit Joseph Beuys, Nam June Paik, Hundertwasser und Alan Kaprow sowie seit 1968 “Besucherschulen” bei der “documenta” in Kassel.

Brock war Professor für Ästhetik in Hamburg, Wien und Wuppertal. Der multimediale “Generalist” begann seine Vorträge lange Jahre stets mit einem Kopfstand. Seine rhapsodischen Reden über Kunst, Alltagskultur und Geschichte stellen das, was wir “Objektivität” nennen, auf den Kopf: Nach Brock ist der Mensch verurteilt zur Unvollkommenheit und “allein in der Anerkenntnis seines prinzipiellen Scheiterns kann er die Bedingungen für ein menschenwürdiges Dasein finden”.

Bazon Brock ist eine Schöpfung von Jürgen Johannes Hermann Brock, geboren 1936 im pommerschen Stolp. Als Kriegskind erlebte er die Ermordung des Vaters, Vertreibung, zweijährige Internierung und den Tod zweier jüngerer Geschwister. Krieg gehört seither zu den Grundkategorien seines Denkens.

Im Kulturforum stellt Natascha Freundel Jürgen Brock und Bazon Brock vor, den geschichtsversehrten Privatmann und den öffentlichkeitsgierigen Kunstvermittler, den Dandy der Redekunst und den Geistkämpfer, der “unsterblich” sein möchte.

© NDR kultur, 2006

Kunst und Leben des Bazon Brock