Reihe „KunstBewusst“

der Freunde des Wallraf-Richartz-Museums und des Museums Ludwig e. V., Köln

Reihe "KunstBewusst" | der Freunde des Wallraf-Richartz-Museums und des Museums Ludwig e. V., Köln Museum Ludwig Köln | © 1999 - 2010 eDreams International Network.
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Leichtsinnig, opportunistisch behauptet man seit Jahren, wir hätten jeglichen Humanismus in den Künsten längst hinter uns gelassen zugunsten gigantischer Markterfolge. Gerade dann, wenn diese Behauptung zuträfe, gälte es, sie radikal zu kritisieren. Alle unumstößlichen Wahrheiten sind unmenschlich. Die Utopien der Künstler sind die Quelle solcher Kritik unmenschlicher Wahrheit. Humanismus heißt Leiden an der Wahrheit und Leiden „Vor den Gesetzen“ der Natur. Daher ist Scheitern in der Kritik der Wahrheit die einzige Form der Vollendung des Humanismus.

(Bazon Brock)

Ort:
Museum LudwigMuseum Ludwig
Heinrich-Böll-Platz
50667 Köln
Tel.: 0221-221-26165
Tel.: 0221-221-24114

Kontakt:
Freunde des Wallraf-Richartz-Museums und des Museums Ludwig e. V.
Tel.: 0221-25743-24
Fax: 0221-25743-76
museumsfreunde@t-online.de
www.museumsfreunde-koeln.de

Geschäftszeiten:
Dienstag bis Freitag
10:00 bis 13:00 Uhr und
14:00 bis 16:00 Uhr

Zur Ausstellung:

Kunst vermag zu zeigen, was sich Sprache verweigert, sie ist in der Lage, Zeit und Zeitgeschehen zu visualisieren und gesellschaftliche Fragen zu erkunden: Was ist menschliche Existenz, physisches Dasein? Was ist menschlich, was unmenschlich? Wo liegen die Grenzen, wenn es um das Konzept der Menschenwürde und die Verletzung der Menschenrechte geht? Wie geht man in Zeiten der Globalisierung mit der Heterogenität der Welt um? Wie positioniert man sich als Individuum? Die Ausstellung „Vor dem Gesetz“ zeigt künstlerische Positionen, die sich auf unterschiedliche Weisen und zu verschiedenen Zeiten auf den Menschen einlassen und versuchen, ihn als politisches Wesen auszumachen und zu positionieren. Sie verweisen dabei nicht auf spezifische Konflikte, sondern behandeln Themen, die das Menschsein an sich betreffen. „Vor dem Gesetz“ betrachtet künstlerisches Handeln im existenzialistischen Sinne, und selbst in den zeitgenössischen Positionen klingt der Tenor der Nachkriegsjahre an. Die Erfahrung einer intensiven Unmittelbarkeit einerseits und die Reflexion über die conditio humana andererseits sind wesentliche Ausgangspunkte der Ausstellung. Zu sehen sein werden sowohl aktuelle Arbeiten, unter anderem von Bruce Nauman, Pawel Althamer und Jimmie Durham, als auch Werke aus den 1950er Jahren, von Künstlern wie Germaine Richier, Reg Butler und Ossip Zadkine. Alle setzen sich auf subtile Weise mit der Verletzlichkeit des Menschen in einer Welt auseinander, in der das Konzept der Menschenwürde immer aufs Neue gefährdet ist.

Kuratoren: Prof. Kasper König, Thomas Trummer

Link: http://www.museum-ludwig.de/

Kunst als Kritik der grausamen Wahrheit – eine pathetische Begehung des Vorfeldes zur Ausstellung »Vor dem Gesetz«