3sat Dokumentarreihe „Games Odyssey“, Teil 2

Eine Kulturgeschichte des Computerspiels von Carsten Walter

Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Mit:
Thomas Kleindopp, Sven Stillich, Prof. Dr. Bazon Brock, Konrad Li
schka, Prof. Henry Jenkins, Prof. Dr. Siegfried Zielinski, Tobias
O. Meißner, Will Wright, Peter Molyneux u.a.

Die Landung einer amerikanischen Raumfähre auf dem Mond wurde unzählige Male auf der Erde simuliert und getestet, bevor Apollo 11 ins Weltall geschossen wurde. Auch die Spielindustrie war von diesem komplexen Manöver fasziniert: Games wie "Lunar Lander" ahmten den Landevorgang detailgetreu nach. Aus Simulation wurde Realität, nur um erneut simuliert zu werden. Angesichts der Möglichkeiten des Computers wäre eine tatsächliche Landung auf dem Mond nicht unbedingt notwendig gewesen - so der Kunsttheoretiker Bazon Brock: „Simulation ist ein spielerisches Verhalten, das die Verwirklichung in der Realität nicht mehr braucht, weil der Unterschied zwischen Realität und spielerischer Darstellung gleich null ist“. Kaum ein Erlebnis, kaum eine Lebenswelt kann heute nicht simuliert werden - vom Flugkapitän bis hin zum Feldherrn, vom Tennisstar bis zum Fußballwelt meister können beliebige Rollen übernommen und am Computer simuliert werden. Im Spiel können sogar die Grenzen der Realität überschritten werden: 4.000 Jahre zu durchleben ist ebenso möglich, wie zum Gott über eigene Geschöpfe zu werden. Der zweite Teil der "Games Odyssey" widmet sich der Simulation und stellt eine technokulturelle Evolution im Zeitraffer vor: ein gewaltiges Arsenal von Zeichen und Symbolen, von abstrakten Piktogrammen bis zu fotorealistisch anmutenden digitalen Welten.

Simulierte Welten