Denker im Dienst - tapfer und theoretisch. Ein Abend für und mit Bazon Brock

Eine gemeinsame Veranstaltung der Goethe-Gesellschaft Wuppertal, der Cragg-Foundation-Skulpturenpark Waldfrieden und der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft

Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Skulpturenpark Waldfrieden
Hirschstr. 12
Wuppertal

Grußwort: Matthias Nocke, Kulturdezernent der Stadt Wuppertal

Bazon Brock: Vom Kunstwerk zum Erkenntniswerkzeug

Musik von John Cage, Karlheinz Stockhausen, John Lennon und Wolfgang Schmidtke

Werner Dickel (Viola), Wolfgang Schmidtke (Saxophon u. Bass- Klarinette) und Frank Wunsch (Klavier)

Rezitation: Juliane Ledwoch, Bernd Kuschmann

Musikalische Leitung: Wolfgang Schmidtke
Dramaturgie: Gerold Theobalt

Im Rahmen der Veranstaltung wird ab 18.00 Uhr im neuen Anbau des Cafes Skulpturenpark ein Film des WDR gezeigt: Bazon Brock: "Selbst-Erregung - eine rhetorische Oper zur Erzwingung der Gefühle", Schiebener und Jürgens, Köln, 1992


Vorverkauf: 15,00 €, Schüler und Studenten 7,00 €,
über: www.nrw-ticket, an allen bekanten Vorverkaufsstellen und an der Kasse des Skulpturenparks Waldfrieden Wuppertal - Abendkasse: 14,00 €, ermäßigt 6,00 €

Bazon Brock gilt international als einer der bedeutendsten Kulturphilosophen unserer Zeit, nicht nur des- halb, weil er die Zivilisation für die Emanzipation des Menschengeschlechts für ungleich wichtiger erachtet als alles, was man so landläufig unter Kultur versteht. Als Wissenschaftler, Künstler, Dramaturg und Schriftsteller von Rang hat er Generationen anderer Künstler und Designer, Studenten und Kunstinteressierte - frei nach Kant - auf ihrem Weg aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit konstruktiv begleitet und sie ermutigt, zu allererst der eigenen Wahrnehmung zu vertrauen. Sein Kunstbegriff kennt weder den Heiligenschein des hehren Werkes noch die Anbetung vermeintlicher Genies. Stattdessen bezieht Brock die aktuellen Ergebnisse naturwissenschaftlicher Forschung mit derselben Selbstverständlichkeit in seine Analysen mit ein, mit der er die Kunst dem Streß-Test von Relevanz und Sinnhaftigkeit unterwirft. Dabei besteht er auf dem alt-modischen Wert der Qualität. Er glaubt, daß es nicht nur möglich, sondern in unserer Zeit geradezu notwendig ist, Menschen durch Schulung zu ebenso souveränen Kunstnutzern wie Kunstgenießern auszubilden. Eines sei- seiner Hauptwerke trägt nicht zufällig den Titel "Ästhetik als Vermittlung" (1977). Überhaupt ist ihm die "Professionalisierung des Bürgers" ein ernstes Anliegen. Seit 2010 lehrt Brock als Gastprofes-sor an der "Staatlichen Hochschule für Gestaltung" in Karlsruhe den Erwerb von "Allgemeinbildung im Sinne der Aneignung bürgerlicher Kompetenzen". Viele seiner ehemaligen Schüler sind heute selbst als Professoren, Museumsleiter, Ausstellungsmacher, Galeristen oder Künstler tätig. Und bilden in den Bereichen Kunst und Design eine Kraft, die der Philosoph Peter Sloterdijk unlängst in der FAZ respektvoll als "die Wuppertaler Schule" apostrophierte. Nach Stationen in Hamburg, Berlin und Wien übernahm Bazon Brock 1980 an der Bergischen Universität in Wuppertal die Professur für Ästhetik, die er bis zu seiner Emeritierung 2001 inne-hatte, davon acht Jahre als Dekan des damaligen Fachbereichs 5 "Design-Kunst-Musik-Druck". Er selbst versteht sich als multimedialen Generalisten, mit zahlreichen Publikationen von Büchern, Schriften, Manifesten, Hörspielen und Projekten für Theater, Film und Fernsehen. Er veranstaltete mehr als 1600 Action Teachings. Bereits in den 1960er Jahren war er neben Joseph Beuys, Wolf Vostell und Friedrich Hundertwasser einer der wichtigsten Vertreter der FLUXUS-Bewegung, u.a. mit Arbeiten für die Wuppertaler "Galerie Parnass". Einem Millionenpublikum wurde Bazon Brock aber vor allem durch die SWR/3SAT-Sendung "Bilderstreit" sowie durch die "Besucherschulen" bekannt, die er seit 1968 regelmäßig auf der "documenta" in Kassel anbietet. Nach zahllosen Würdigungen und Ehrungen seiner künstlerischen und wissenschaftlichen Arbeit, - u.a. der Ehrendoktortitel der TU Zürich - wurde ihm im Jahre 2004 durch den damaligen Bun-despräsidenten Johannes Rau das Bundesverdienstkreuz der I. Klasse verliehen. Im Juni diesen Jahres wurde Bazon Brock fünfundsiebzig Jahre alt. Wir gratulieren ihm nachträglich mit dieser musikalisch-poetischen Soiree, bei der wir aber keinesfalls auf einen seiner inzwischen schon legendären Vorträge verzichten wollen.
Gerold Theobalt

Im Café des Skulpturenparks Waldfrieden besteht im Anschluß an die Veranstaltung Gelegenheit zu Gesprächen bei einem Glas Wein und einem Imbiß.

Der Skulpturenpark in Wuppertal-Barmen, Hirschstraße 12, ist erschlossen durch die Buslinie 628 über Bendahler-Straße und Hesselnberg, Haltestelle "Bendahler-Straße". Für Autofahrer ist die Anfahrt zum Park durch zahlreiche Hinweisschilder ausgezeichnet. Parkplätze stehen unten am Eingang des Parks kostenlos zur Verfügung. Gehbehinderte Personen können über die Auffahrt bis zum Café des Parks fahren.


Anmeldung:

Tel.: 0202/ 736010 (Herr Zimmerman);

e-mail: info@goethe-gesellschaft-wuppertal.de;

Fax: 02191/ 842950;

Postfach: 210554, 42355 Wuppertal