Denkerei: Bibliothek der ungelesenen Bücher - Teil 1

Interviewmarathon „Dieses Buch hat ... noch nicht gelesen.“ - Julius Deutschbauer im Gespräch mit Bazon Brock, Thomas Hauschild, Elena Muti und Thomas Macho

Julius Deutschbauer: Bibliothek der ungelesenen Bücher | 05.-22.03.2013 in der Denkerei, Berlin.
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

5. März 2013: Bazon Brock, Thomas Hauschild, Elena Muti und Thomas Macho

6. März 2013: Bazon Brock

Die Bibliothek der ungelesenen Bücher wird vom 05.03.-22.03.2013 in der Denkerei zu sehen sein.

Themen

1. Ungelesenheit von Literatur im heutigen Wissenschaftsbetrieb:
Buchpublikationen gelten nur noch als Evidenzbestärker in Bewerbungsverfahren.

2. Nicht-Lesen-Können durch Zensur in totaliären Regimen:
z. B. stalinsche säuberungen der Bibliotheken; Retuschieren historischen Materials; legale weil staatliche Fälschung etc.

3. Großstrukturen des Buchmarkts erzwingen Selektion für den Marktzugang:
Selektion als optimierende Auslese zur Steigerung des kommerziellen Erfolges

4. Apriorische Produktion von Büchern, die nicht gelesen, sondern nur als Coffee-Table- oder "Tragebücher" zum demonstrativen Konsum hergestellt werden.

5. Veränderungen der Wirkungsästhetik durch Kommunikationsemphase statt Verstehensanstrengung:
Frage der Rumorologie (Gerüchteverbreitung) als Maßstab.

6. Frage der Adressierbarkeit von Werkschaffen, sobald die Leser nicht mehr lesen; Re-Aktualisierung des Konzepts ,,soli deo gloria" nach dem Verschwinden der Zukunftsgewissheit, die wir herkömmlich durch die Kontinuität der Generationenwechsel gewinnen.

Zur Bibliothek der ungelesenen Bücher:

Die Bibliothek ungelesener Bücher wurde im Jahre 1997 im Museumsquartier gegründet, seit 2000 ist sie immer wieder nomadisch. So war sie in der Kunsthalle Wien, Sigmund Freud-Museum, Residenzgalerie, Salzburg, Kunsthalle Baselland, Universität Klagenfurt, Kammerspiele Hamburg, Nationaltheater Mannheim, Palais des Beaux Arts Brüssel u.s.w. Seit 1997 haben sich über 600 Interviews zu ungelesenen Büchern in der Bibliothek angesammelt. Interviews und Bücher (jeweils mit der Beschriftung „Dieses Buch hat ... noch nicht gelesen.“) sind in der Bibliothek ungelesener Bücher einsehbar bzw. abhörbar.
Die Bibliothek macht 2013 nach der Denkerei noch im Freien Museum Berlin und im Literaturhaus Salzburg Station.

http://www.bibliothek-ungelesener-buecher.com/dt/portal/

Zur Person:

Julius Deutschbauer, geboren 1961 in Klagenfurt (Kärnten, A), lebt als Künstler in Wien, 2000–2007 Zusammenarbeit mit Gerhard Spring. 2008 Gründung der Performancegruppe „Theater des Verhinderns“. Ausstellungen (u. a. Kunsthalle Wien, Shedhalle Zürich, MAK Wien, Galeria Zacheta Warschau, Fotomuseum Winthertur, Belvedere Wien, Haus der Kulturen der Welt, Berlin), Performances und Theateraufführungen (u. a. Tanzquartier Wien, Thalia Theater Hamburg, Politik im Freien Theater Berlin, Volksbühne Berlin, brut wien). Das Zentrum seiner Arbeit bilden seit 20 Jahren die inzwischen über 150 Plakate.

Aktuelle Ausstellungen: Möbel, Topfpflanzen, Urlaubsreisen, Galerie Steinek Wien; PIK - Partei der institutionalisierten Kürzungen, Kunstverein Cuxhaven; Sammlung Vienna Insurance Group Wiener Städtischen, Leopold Museum (Katalog)

Aktuelle Theaterarbeiten: Suhrcamp, beim Festival WWTBD – What Would Thomas Bernhard Do?, 17.5., 20h, (Festival 17. - 26.5), Kunsthalle mit den Wiener Festwochen; Austrophobie Vergnügungspark, The Spirit of A, impulstanz, Wien; Von der Gastfreundschaft zur Barrikade, Sophiensaele, Berlin; PIK - Partei der institutionalisierten Kürzungen, Kampnagel, Hamburg; Suche die unpolitischste Produktion Wiens, Garage-X, Wien; Entschuldigung, ARGEkultur Salzburg; Selbstportrait mit Mauss nach Prinz, Schwules Museum, Berlin

Jüngste Filmarbeiten: … aber er kommt nicht voran (Hofburg, Wien); Sound of Migration (apap VI, Szene Salzburg), der bei Festivals in Berlin, Brüssel, Zagreb und Kortrjik gezeigt wurde. Das Filmplakat wurde mit dem Preis für das beste Kulturplakat des Landes Salzburg ausgezeichnet. (zus. mit Gerhard Spring)
Bücher: u.a. 6 Künstler-Künstler-Reden, edition selene, Wien 2003; Politisch für Künstler, Triton, Wien 2003; Zwialoge, Czernin Verlag, Wien 2006; Figur ohne Grund, Passagen-Verlag, Wien 2008. (zus. mit G.S.); Thomas-Bernhard-Literaturstipendium 2012.

Julius Deutschbauer wird in Berlin von der Galerie Patrick Ebensperger, Berlin vertreten.

Ort:

Denkerei
Oranienplatz 2
10999 Berlin
Tel.: 030-61671001
www.denkerei-berlin.de