Podium "Sturm aufs Kunstmuseum!"

im Kunstmuseum Luzern

Kunstmuseum Luzern
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Es ist paradox: Kunstmuseen sollen ein Ort der kritischen Auseinandersetzung mit aktuellen Themen der Gegenwart sein; doch das Publikum steht vor jenen Institutionen Schlange, die mit den immer gleichen Künstlern der Moderne locken wie Cézanne, Van Gogh, Munch, Matisse. Generell verzeichnen die Schweizer Kunstmuseen für 2012 (mit wenigen Ausnahmen) einen Rückgang der Eintritte. Auch das Kunstmuseum Luzern hat deutlich weniger Publikum angezo-gen, obwohl die mediale Resonanz so gut war wie noch selten. Der rückläufige Tourismus kann ein Grund dafür sein, vielleicht aber stellt sich die Frage nach der Programmation und Aufgabe eines mittelgrossen Kunstmuseums in der Schweiz einfach ganz grundsätzlich. Viele Kunstmu-seen von Lausanne, Basel bis Chur werden aktuell um prestigeträchtige Neubauten erweitert. Dies bringt unweigerlich höhere Betriebskosten mit sich. Auch fürs Kunstmuseum Luzern ist seit dem Einzug in Jean Nouvels Gebäude das Budget für den Gebäudeunterhalt höher als für die Ausstellungen, geschweige denn die Sammlung.

Helfen in dieser Situation nur noch Chagall, Warhol, McKinsey? Sind Blockbuster mit Degas, Bonnard oder Hodler die Antwort auf die anstehenden Aufgaben eines Kunstmuseums heute? Sind Kunstmuseen eine Art Tourismusfütterungsanstalt oder haben sie eine gesellschaftliche Aufgabe auch für die lokale Bevölkerung als Ort des Diskurses? Was für ein Kunstmuseum braucht Luzern? Welches Kunstmuseum wollen wir in Luzern? Wieviel Publikum braucht dieses Museum? Welche Ausstellungen sollen in diesem Museum gezeigt werden? Ist die Besucherzahl das einzige Kriterium für heutige Kunstmuseen? Muss ein Kunstmuseum rentieren? Zu welchem Preis? Massengeschmack versus Avantgarde und Lob der Kunstkritik? Wollen wir ein Kunstmu-seum mit lokaler, mit nationaler oder gar internationaler Ausstrahlung haben? Wie können Bil-dungsanspruch und Eigenfinanzierungsgrad eines Kunstmuseums vereinbart werden? Wer kann sich Neugier, unbekannte Namen oder die Wiederentdeckung vergessener Positionen im heuti-gen Kulturbetrieb überhaupt noch leisten?

Teilnehmer und Teilnehmerinnen:

Barbara Basting, Leiterin Bildende Kunst der Stadt Zürich

Koni Bitterli, Kurator Kunstmuseum St. Gallen und o.T. Kunstpavilln Luzern

Bazon Brock, emeritierter Professor für Ästhetik und Gründer der Denkerei/Amt für Arbeit an unlösbaren Problemen Berlin

Fanni Fetzer, Direktorin Kunstmuseum Luzern

Heinz Stahlhut, ab Juni 2013 Sammlungskonservator Kunstmuseum Luzern

Max Wechsler, Kunstkritiker

Beat Wismer, Direktor Kunstpalast Düsseldorf

Ort:

Terrassensaal im Kunstmuseum Luzern
Europaplatz 1 (KKL Level 4)
CH-6002 Luzern
Tel. +41 (0)41 226 78 00
http://www.kunstmuseumluzern.ch