Sehen lassen - über das Zeigen von Bildern

Einführung in die Zeigekunde von Bazon Brock und Lambert Wiesing

Lambert Wiesing: Sehen lassen. Die Praxis des Zeigens | Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 2013.
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Ort:

Denkerei
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Das „Zeigen“ ist zum Objekt wissenschaftlicher Aufmerksamkeit geworden und dies in verschiedenen Disziplinen: Philosophen, Verhaltenswissenschaftler, Evolutionstheoretiker und Bildwissenschaftler beschäftigen sich in zunehmendem Maße mit den verschiedenen Spielarten des Zeigens; es scheint dabei so etwas wie eine Grundannahme zu geben: Zeigen wird als ein erster Schritt des Menschen auf dem evolutionären Weg zur Entwicklung der Sprache gesehen.

Doch wenn man sich ausschließlich den Weg vom einfachen Zeigen hin zum komplexen kodierten Sprechen anschaut, so wird eine Entwicklung betrachtet, bei der es zwar am Anfang, aber nicht mehr am Ende um das Zeigen geht – doch es gibt auch komplexe Formen des Zeigens; Zeigen ist neben der Sprache eine der zentralen Kommunikationsmethoden des Menschen:

Insbesondere Bilder werden verwendet, um mit ihnen etwas sehen zu lassen. Denn für Bilder gilt, was für jeden Gegenstand gilt: Etwas zeigt nur dann etwas, wenn es zum Zeigen verwendet wird. Daher ist es einen Versuch Wert, die Praxis zu beschreiben, wie Menschen mit Zeige-Werkzeugen wie Bildern andere Menschen etwas Intendiertes sehen lassen. Auf diese Weise lässt sich auch einem verbreitenden Bildanimismus entgegentreten, welcher das Bild und insbesondere die Kunst zu einem Ort des Numinosen und des Kitsches verklärt, indem er behauptet, dass Bilder selber wie ein beseelter Akteur etwas zeigen könnten.

Zur Person

seit 2001 Inhaber der Professur "Vergleichende Bildtheorie" an der FSU Jena

seit Dezember 2008 Lehrstuhl für Bildtheorie und Phänomenologie an der FSU Jena

seit September 2010 Institutsdirektor des Instituts für Philosophie der FSU Jena

Von 1993 bis 1999 Vizepräsident der "Deutschen Gesellschaft für Ästhetik"

Vertretungsprofessuren für Geschichte der Philosophie und Theoretische Philosophie an den Universitäten Bamberg und Jena.

Von 2005 bis 2008 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik.

Arbeitsgebiete

Bildtheorie, Ästhetik, Wahrnehmungsphilosophie, Phänomenologie.

Publikationen (Auswahl)

Sehen lassen. Die Praxis des Zeigens. Frankfurt: Suhrkamp, 2013.

Das Mich der Wahrnehmung. Eine Autopsie, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2009.

Artifizielle Präsenz. Studien zur Philosophie des Bildes, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2005.

Phänomene im Bild, München: Wilhelm Fink, 2000. (Herausgegeben von Gottfried Boehm und Karlheinz Stierle in der Reihe "Bild und Text")

Die Sichtbarkeit des Bildes. Geschichte und Perspektiven der formalen Ästhetik, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch, 1997.