FESTSPIELSYMPOSION: Festspiele der Zukunft II

Die Salzburger Festspiele, ihre Bedeutung für die europäischen Festspielkulturen und ihr Publikum (17./18.01.2014)

FESTSPIELSYMPOSION: Festspiele der Zukunft II | Salzburg, 17./18.01.2014.
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Ort:

Schüttkasten
Herbert-von-Karajan-Platz 11
A-5020 Salzburg

Im Jänner 2012 fand unter reger Beteiligung das erste Symposion in Zusammenarbeit mit den Salzburger Festspielen zum Thema „Festspiele der Zukunft" statt. Erörterten damals herausragende Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kunst und Presse die Spezifika der Salzburger Festspielkulturen und die unterschiedlichen Erwartungshaltungen, so geht es diesmal darum, den Diskurs auf die europäischen Festivalkulturen auszuweiten sowie den tiefgreifenden Wandel in den Publika selbst zu thematisieren.
Auch wenn es paradox klingen mag: Gerade die Ausprägung von Nationalstilen, die im 19. Jahrhundert ihre Blütezeit fand, führte zur „Europäisierung Europas" (Philipp Ther) und in der Folge zu dem, was wir eine „europäische Kultur" nennen können. Ein Prozess, der 1914 abrupt beendet wurde.
In ihrem Gründungsmythos rekurrieren die Salzburger Festspiele auf „einen Europäismus, der die Zeit von 1750 bis 1850 erfüllt und erhellt hat" (Hugo von Hofmannsthal). 1917 (mitten in den Wirren des Ersten Weltkriegs) meinte Max Reinhardt in Beschwörung des erst später als solchen geprägten Habsburgischen Mythos: „Daß gerade von Österreich aus es möglich wird, die zerrissenen Fäden der europäischen Kulturgemeinschaft wieder anzuknüpfen und in keinem Zeichen eher als im Zeichen der Musik und des Theaters".
Sind Kunst und Kultur nach wie vor „der Kitt, der Europa zusammenhält", wie José Manuel Barroso meint?
Für die Salzburger Festspiele ergibt sich somit eine doppelte Verpflichtung: 1. Als „europäisches Gedächtnis" zu agieren und die Mythen, die Europa prägten und prägen, zu erzählen, zu interpretieren und zu verdeutlichen. 2. Gilt es, europäische Festspiele zu leben und zur Identitätsstiftung für ein Europa des 21. Jahrhunderts beizutragen.

Konzept und Realisation: Michael Fischer
unter Mitarbeit von Margarethe Lasinger

Programm unter: http://www.w-k.sbg.ac.at/fileadmin/Media/arts_and_festival_culture/programmfolder_fssympII_131205.pdf

Anmeldung unbedingt erforderlich: Ingeborg Schrems (Ingeborg.Schrems@sbg.ac.at) oder +43 662 8044 2380.

Panel 4: Festspiel-Visionen

mit Bazon Brock (Ästhetiker, Philosoph und Kultur­theoretiker, Berlin, Wuppertal), Markus Hinterhäuser (Intendant der Wiener Festwochen, designierter Intendant der Salzburger Festspiele), Wolfgang Rihm (Komponist, Hochschule für Musik Karlsruhe), Helga Rabl-Stadler, Moderation (Präsidentin der Salzburger Festspiele), Heinrich Spängler, Grußworte (Präsident der Freunde der Salzburger Festspiele)

Festspiele sind ein Spiegel ihrer Zeit. Die unterschied­lichen Wirklichkeitskonstruktionen und Kommunikationssysteme in Kunst, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft reiben sich an Erwartungen der Publika.
Festspiele sind also auch Ausdruck gesellschaftlicher Auseinandersetzungen, kritischer Reflexion und nicht zuletzt Erinnerung an eine gemeinsame Geschichte.
Wie können Tradition und Zukunftsvision in Einklang gebracht werden? Wie entsteht Neues in tradierten Systemen? Wie lassen sich künstlerischer Wille, divergierende Erwartungshaltungen und politisch­ ökonomischer Sachzwang zusammenbringen?