Kunst als unabdingbare Kritik an der Wahrheit

Irrtümer verstehen sich von selbst

studienwerkstatt PHILOSOPHIE | Akademie der bildenden Künste, München 29.01.2014.
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Ort:

Akademie der Bildenden Künste
Historische Aula
Akademiestraße 2-4
80799 München

Das humanistische Projekt verlangt entgegen der herrschenden Diskursideologien die Anerkennung der harten Wahrheiten in den Manifestationen von Markt, Macht und Meinung. Ideologien verbrämen diese unmenschlichen Wahrheiten oder verleugnen sie. Kritik anerkennt das Kritisierte als Wirklichkeit jenseits des Beliebens, die man gemeinhin als Letztbegründung für Urteile und Handlungen kennzeichnet.
Seit Platon den Wahrheitsterror gegen die sophistischen Lehrmeister der Lebenspraxis in die Welt setzte, wurden die Künste und Lebenswissenschaften als gottseidank nicht wahrheitstauglich vermarktet. Sie durften den Triumph des Beliebens zur Legitimation von Markt, Macht und Meinung feiern und liquidierten sich damit selber. Diese Entwicklung ist spätestens gegenwärtig in der Reduktion des Künstleranspruchs auf Bestätigung durch Auktionserfolge abgeschlossen.
Ausbildung zur Marktgängigkeit kann demnach keine Befähigung zum autonomen künstlerischen Arbeiten meinen.
Was folgt? Dennoch-Künstler wie einst die malenden Kriegsopfer, denen man die Arme weggeschossen hatte? Erproben wir heute experimentell als Marktamputierte die Position eines "Raffael ohne Hände" oder eines "Künstlers ohne Werk"?

Kunst als unabdingbare Kritik an der Wahrheit