Unlösbare Probleme

Warum Gesellschaften kollabieren

Unlösbare Probleme. Warum Gesellschaften kollabieren | Hrsg. von Arno Bammé. München: Profil, 2013.
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Mit Beiträgen von: Arno Bammé, Wilhelm Berger, Bazon Brock, Peter Heintel, Klaus Götz, Günter Ropohl, Ingrid Reschenberg

[Technik und Wissenschaftsforschung, Bd. 49]

Die Lösungen von gestern sind die Probleme von heute.

Anders als vormoderne Gesellschaften, die in einer statischen Kreislaufwirtschaft verharren, beziehen moderne Gesellschaften die ihr eigentümliche, gemeinhin als Fortschritt bezeichnete Eigendynamik aus der vergeblichen Abarbeitung selbst erzeugter unlösbarer Probleme. Als man zum Beispiel feststellte, dass Kohlekraftwerke die Umwelt belasten, versuchte man es mit Kernkraftwerken. Seit man gewahr wurde, dass sie noch viel gefährlicher sind, versucht man es mit erneuerbarer Biomasse, mit Solar- und Windkraft. Aber auch hier zeichnen sich bereits Grenzen sowohl umwelt- wie sozialverträglicher Belastbarkeiten und zur Verfügung stehender Ressourcen ab.

Die Substitution der einen durch eine andere Energieform hat das zugrunde liegende Problem nicht gelöst, sondern lediglich verschoben. Die Lösungen von heute erzeugen die Probleme von morgen. Die sich hieraus ergebende soziologisch interessante Frage lautet: Was tun, wenn absehbar ist, dass die Kumulation unlösbarer Probleme dazu führt, dass Gesellschaften zu kollabieren drohen? Steht dem Raumschiff "Erde" das Schicksal der Osterinsel bevor?