Der Künstler als Prophet. Historisch versus statistisch fundierte Prophetie

Nur mit apokalyptischem Denken lässt sich begründeter Optimismus gewinnen

Prophetenschule Bazon Brock | Zeichnung © Stefan Reimering, Wuppertal
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Ort:

Angewandte Innovation Laboratory (AIL)
Franz-Josefs-Kai 3
A-1010 Wien
www.ailab.at

Es hat sich herausgestellt, dass Kulturwissenschaftler, Ästhetiker, Philosophen, Künstler mitunter präzisere Voraussagen treffen als die IFO-Insitute, der Rat der Wirtschaftsweisen oder die professionellen Beratergremien der Werbebranche. Insbesondere Literaten, Künstler und Filmemacher haben präzisere Szenarien zukünftiger Entwicklungen prognostiziert als Regierungsstellen.

Der Vortrag soll deshalb einen weiten Bogen von den kleinen und großen Propheten des Alten Testaments über die Universalpoesie zu den heutigen kleinen und großen (d.h. nobelgepriesenen) Wirtschaftsweisen spannen. Seit alttestamentarischen Zeiten ist die Methode der Prophetie aus der Kraft der Antizipation bestens bekannt und es ist nun an der Zeit, an einer Kunsthochschule dieses traditionelle Wissen den Studierenden zu vermitteln.

Aus der Anthropologie soll insbesondere die Entfaltung antizipatorischer Kräfte dargestellt werden; aus der christlichen Theologie die Dialektik des apokalyptischen Denkens; aus den Kulturwissenschaften die Geschichte der Post-Mortem-Verfügungen, dabei vor allem die Institutionenlehre; aus der Kunst- und Ästhetikgeschichte die Verfahren der Modellbildung und aus der Philosophie das Motiv des Vorlaufs zum Tode. 

Vortrag