Ausstellung „Ruhender Betrieb“ im Pingusson-Pavillon

Im Rahmen des HBKsaar-Projekts „Bewohnte Ruinen“ Saarbrücken

Ausstellung „Ruhender Betrieb“ im Pingusson-Pavillon / Vortrag von Bazon Brock | HBKsaar, Saarbrücken, 08.01.2015.
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Ort:

Pingusson Pavillon (Zelt gegenüber des Pingusson Baus)
Parkplatz Handwerkskammer des Saarlandes Hohenzollernstraße/Roonstraße
66117 Saarbrücken

Studenten der HBKsaar widmen einem Bau des französischen Architekten G.H. Pingusson einen Pavillon. Die ehemalige französische Botschaft am Saarufer, später lange saarländisches Kultusministerium, wird umgeben von einem parkartigen Areal, womit der modernistische Bau anknüpft an ältere Bauformen, beispielweise Schlossgärten. Dort fanden sich stets Pavillons und kleine Tempel als Gebäudebegleiter des Hauptbaus.

Auf dem Parkplatz der HWK des Saarlandes unmittelbar am Gartengelände des Pingusson-Baus weihen die Studenten den temporären Pingusson-Pavillon am Donnerstag, 8. Januar 2015, um 15 Uhr als eine Art Tempel der Erinnerung ein. In dem handelsüblichen Partyzelt werden Arbeiten und Studien zur persönlichen Erinnerung ausgestellt - Archäologien individueller Identität, die auf die Archäologie der Moderne antworten, wie sie im Pingusson-Bau machtvoll verkörpert ist. Das Pathos und die Utopie der Nachkriegsmoderne sind in diesem Bau zu brüchigem Beton geworden. Wenn eine Utopie nicht permanent in vielen kleinen Bausanierungen weitergepflegt wird, ist die plötzlich unausweichliche Generalsanierung zu teuer für das Fortbestehen der Utopie. Dem großen Baukörper, der zur kulturpolitischen Fragestellung geworden ist, stellen die Studenten eine Erinnerungskultur entgegen, die im Nahen beginnt. Wer die Archive des persönlichen Gedächtnisses pflegt, dessen Faden vom heute in die eigene Vergangenheit reißt nicht ab. Turnschuhe, mit denen man als Jugendlicher ein unvergessliches Konzert besucht hat, oder ein Kleid, das einem als kleine Mädchen die Mutter genäht hat, können auch ohne praktischen Nutzen bedeutsam sein.
Der Pingusson-Pavillon ist Teil des HBKsaar-Projekts „Bewohnte Ruinen“ (Prof. Winter, Prof. Dr. Winzen) erarbeitet. Mit freundlicher Unterstützung der Handwerkskammer des Saarlandes.

Im Rahmen der Ausstellung findet am Donnerstag, 8.1., 18 Uhr, ein Vortrag von Prof. Dr. Bazon Brock, Honorarprofessor der HBKsaar für Prophetie, statt.

Warum wir alle verpflichtet sind, prophetisch zu sprechen, anstatt nur mit Zungen zu reden, also als Marktschreier, Selbstbelober, Politpropagandisten aufzutreten. 1. Korinther 14