Dichtung und Wahrheit. Zur Karriere von Kreativitätsgeschwafel, Innovationsgetue und Selbstverwirklichungsidiotie

Bazon Brock führt über die Schlachtfelder der Avantgarde - Teil 3

Dichterspiel von Persil | Werbeanzeige, 1972.
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Ort:

Denkerei
Oranienplatz 2
10999 Berlin
www.denkerei-berlin.de

Bazon Brock erklärt, wie die vermeintlichen Spinnereien der Künstler in die Welt der Unternehmer, Ökonomen, Börsianer und Politiker einbrachen.

"Selbstverwirklichung ist das Ideal von Vollidioten." (Kunst Machen?, 1990)

"Der Dichter arbeitet nicht, sondern spielt. Dichten ist ein Spiel, das "gutgelaunt, beim Klopfen an der Teppichstange" gespielt wird. Daher "Dichterspiel", und zu spielen ist ja inzwischen nichts Anrüchiges oder Kindliches mehr, seit doch die Kreativitätsforschung so allgemeinverbindlich nachgewiesen hat, daß am besten alles Tun der Menschen auf dieser Welt als Spiel zu verstehen sei. Mit der Kreativität haben es die Dichter immer schon zu tun gehabt, sie war sozusagen das Monopol der Dichter und Künstler. Gegen Monopole aber sind schließlich strenge Gesetze erlassen worden, deren Befolgung nun die Firma HENKEL wie die Werbung schlechthin durchsetzt, indem sie folgerichtig die Dichter- und Künstlerkreativität enteignet." (Ästhetik als Vermittlung, 1977)

Im Anschluss:

Der Hang zum Gesamtkunstwerk
Eine Theorie-Installation der Jackson Pollock Bar

Eine Diskussion mit Joseph Beuys, Bazon Brock, Harald Szeemann, Jobst Siedler und Frei Otto. Reenactment einer Fernsehdiskussion anlässlich der gleichnamigen Ausstellung 1983 in Zürich.
Diskutiert wird die Frage, ob in der Idee des Gesamtkunstwerks bereits jener Totalitarismus veranlagt ist, der dann in der faschistischen Ästhetisierung des Politischen sich niederschlägt.

Mitwirkende
Joseph Beuys, Bazon Brock, Harald Szeemann, Jobst Siedler, Frei Otto

http://bazonbrock.de/werke/detail/?id=2293&sectid=2392