LUSTMARSCH DURCHS POESIEGELÄNDE - Alltag und Weltsprache

Temporäre Intervention in Marzahn-Hellersdorf (15.06.2015 - 05.07.2015)

Joachim Knobloch: Skizze für den Lustmarsch durchs Poesiegelände LUSTMARSCH DURCHS POESIEGELÄNDE - Alltag und Weltsprache | Berlin-Marzahn-Hellersdorf (15.06.2015 - 05.07.2015)
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Ort:

Galerie M
Marzahner Promenade 46
12679 Berlin

Telefon: 030-5450294


Texte von Bazon Brock, Joachim Knobloch und Jugendlichen aus dem Bezirk

Projektleitung: Joachim Knobloch
Konzept: Bazon Brock | Joachim Knobloch
Kooperation: Galerie M | JFE Fair | JFE Eastend

Mit freundlicher Unterstützung der Rudolf Augstein Stiftung, des Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung und der Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten, Ausstellungsfonds Kommunale Galerien

Eröffnung: Sonntag, 14.06.2015 um 16 Uhr | Galerie M

Literarische Aktion: Bazon Brock, Denkerei Berlin

Im Anschluss folgt der Lustmarsch - mit Wegbier und Wasser - zu den Plätzen der Installation: Victor-Klemperer-Platz - Altlandsberger-Platz - Wiesenpark - Alice-Salomon-Platz

Die Einladenden: Juliane Witt, Bezirksstadträtin für Jugend und Familie,Weiterbildung und Kultur | Christina Dreger, Fachbereichsleiterin Kultur | Karin Scheel, Leiterin Galerie M | Ralf Metal, JFE Fair | Tim Becker, JFE Eastend

Ein Versuch für Marzahn-Hellersdorf

Marzahn-Hellersdorf strahlt eine nicht erwartete Ruhe und Klarheit aus - das Areal scheint wie ein gelungenes Experiment. Marzahn ist ein idealer Ort - für die die ihn nutzen wollen.
Ein Raum der Moderne - eine Promenade - wie ein Bach der seine Seen zwischen den Häusern speist. Ein Ort der uns Wörter finden lässt - die sich aus unseren Erinnerungen speisen. Der Künstler ist ein fragender Besucher - der Bewohner ein Mittelsmann um gemeinsam Gedanken-Bänder zu bilden. Dann wollen wir die Wege beschreiten, die wir oft gingen - mit einer anderen Haltung. Wir sehen, was wir einst dachten. Es wird uns und den Ort verändern. Gedanken manifestieren sich in klarer Schlichtheit und ein leichter Wind umschließt eine neue Welt. Was bleibt, ist vielleicht viel mehr als wir dachten. Und das große Raumschiff - welches die bunte Verheißung der Dingwelt brachte - glänzt noch in der Abendsonne …

Angestrebt wird eine Strecke aus Absperrgittern deren Segmente mit circa 800 m Textfragmenten auf PVC-Bannern bestückt sind. Ein entscheidendes Merkmal werden Texte aus den letzten Jahrzehnten von Bazon Brock sein, die eine spannende Verbindung mit Sätzen von Joachim Knobloch eingehen. Denn Bazon Brock geht in seinen Texten sowohl auf den Alltagsmenschen wie auch auf die Hochkultur ein. Die Texte von Joachim Knobloch sind verdichtete fragmentarische Erinnerungen des Künstlers und weiterer Personen - die sich als Teil eines kollektiven Gedächtnisses oder einer neuen fiktiven Persönlichkeit deuten lassen. 

Joachim Knobloch will seine Texte auch in Kooperation mit Bewohnern von Marzahn-Hellersdorf entwickeln - indem er aus Gesprächen gewonnene Eindrücke und Erlebnisse verdichtet und sie dann in seiner subjektiv gefilterten Sichtweise auf die Banner bringt. Die Reduzierung auf scheinbar banale Situationen - die nicht konkret ortsgebunden sind - zeigt dann das, worauf wir letztlich in existentieller Form zurückgreifen müssen. Zu der Eröffnung und bei weiteren Veranstaltungen in der Galerie M werden kurze Vorträge und Gespräche stattfinden - zu denen insbesondere die Bewohner als aktive Beteiligte eingeladen werden sollen.