Symposium: Die zweite Moderne - eine Diagnose der Gegenwart

ZKM Karlsruhe, 17. & 18.05.1995

Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Ort:
Opelgelände
Karlsruhe

Symposium im Rahmen des Festivals "Multimediale 4" (13.05.-21.05.1995)

Mitwirkende:
Eduard Beaucamp, Hans Belting, Horst Bredekamp, Bazon Brock, Jochen Gerz, Boris Groys, Peter Iden, Petra Kipphoff, Heinrich Klotz, Hans-Joachim Müller, Alfred Nemeczek, Wolfgang Rihm, Peter Sloterdijk, Martin Warnke, Peter Weibel

Kooperationspartner:
Staatliche Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe

Über die MultiMediale 4:
Die MultiMediale 4 fand im Jahr 1995 wie die zweite MultiMediale wieder in den ehemaligen Opel-Werkstätten der Badenwerk AG in Karlsruhe statt. Die Industriehallen befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Umbau für die Eröffnung des ZKM. In konzentrierter und umfassender Form wurden in zwei Ausstellungen Werke der Institute und Ankäufe der Museen präsentiert. Das ZKM gab damit einen ersten Überblick über die in den späteren Museen zu zeigenden Arbeiten.

Das Museum für Gegenwartskunst stellte wie früher schon einige seiner Neuerwerbungen vor, wobei der Schwerpunkt auf die sogenannte Medienkunst gelegt wurde: Gary Hill, Wolf Kahlen, Dieter Kissling, Thorbjorn Lausten, Wolfgang Staehle und Jeffrey Shaw vorgestellt.

Zum erstenmal an einer MultiMediale wirkte das ZKM_Medienmuseum mit Eigenproduktionen mit, die als Exponate für die spätere Dauerausstellung entwickelt wurden: Frank den Oudsten „Platos Schatten“, Jill Scotts „Grenzen der Utopie” oder Tjebbe van Tijens und Milos Vojtechovskys „Orbis Pictus - wiederentdeckt”.

Das ZKM_Institut für Bildmedien zeigte eine Ausstellung der Arbeiten von Stipendiaten und Gastkünstlern: neuFundland II, als Fortsetzung von »neuFundland« (MultiMediale 3). Gezeigt wurden Arbeiten von (in Auswahl): Peter Callas, Toshio Iwai, Yasuaki Matsumoto und Masayuki Towata, Maja Spasova und Signe Theil.

Das Institut für Musik und Akustik steuerte eine Reihe von Uraufführungen bei, zumeist Arbeiten von Gastkünstlern: Bojidar Spassov, Melvyn Poore und Laurie Schwartz.

Auch die Mediathek gab in mehreren Audio- und Videoprogrammen Einblick in ihre im Aufbau begriffenen Sammlungen. Mit den thematischen Programmen „Raum-Bild/ Text-Bild”, wurde versucht, einen Bogen von frühen Klassikern zu ganz neuen, zum Teil am ZKM entstandenen Videobändern zu schlagen. Hierfür wurden Arbeiten u.a. von Tony Hill, Tamás Waliczky, Jan Verbeek, Jenny Holzer, Miroslaw Rogala, William Wegman und Richard Serra präsentiert. Die kleine Ausstellung"Debüt" zeigte Arbeiten des künstlerischen Nachwuchses an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe.

In drei Symposien wurden die theoretischen Aspekte der Medienkünste in die MultiMediale einbezogen. Unter dem thematischen Schwerpunkt »Neue Medien – Neue Kriterien« wurde unter der Leitung von Jeffrey Shaw nach den neuen ästhetischen Kategorien gefragt. »Das digitale Museum« (Leitung: Hans-Peter Schwarz) erörterte neue Aspekte einer Medienmuseologie und »Die Zweiter Moderne – eine Diagnose der Kunst der Gegenwart« (Leitung: Heinrich Klotz) forderte bekannte Kunstwissenschaftler, Kunstkritiker und Künstler zu einem Meinungsaustausch über die Tendenzen der Künste im ausgehenden 20. Jahrhundert heraus.
Auch bei der diesjährigen MultiMediale konnte wieder der Siemens – Medienkunstpreis an namhafte Künstler verliehen werden.