Katharinentag

Kranenburger Gespräche - Katharinenpredigt

Titus Brandsma Instituut
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Mit dem Katharinentag möchte das Titus Brandsma Institut Nijmegen die alte spirituelle Tradition der Devotio Moderna am Niederrhein wiederbeleben. Diese Reformbewegung, deren bekanntester Vertreter Thomas von Kempen war, strebte nach einer Spiritualität der Praxis, die freie Bürger geistige Orientierung bei ihren Alltagsproblemen bietet. 

In diesem Geiste möchten wir am Katharinentag – im Mittelalter das Fest der wichtigsten Bildungsinstitutionen – aktuelle gesellschaftliche Probleme als spirituelle Herausforderung diskutieren, um so die alte Tradition der Katharinenpredigten wiederaufzunehmen. Der diesjährige Katharinenprediger ist niemand weniger als der Künstler und Philosoph Bazon Brock.

Die Namenspatronin dieses Tages steht für eine neue, in unserer Zeit dringend notwendige Verbindung zwischen Bildung, freies Denken und Gesellschaft. Kranenburg ist ein Ort an der Grenze, wo niederländische und deutsche Bürgerinnen und Bürger zusammenleben und miteinander im Gespräch sind. Es ist ein Ort, in dem Europa sich ganz konkret verwirklicht, wo Möglichkeiten und Grenzen eines gemeinsamen Marktes sich im Alltag zeigen.

Die neue Empörung – Armut in Zeiten von Überfluss

Es mehren sich die Zeichen eines wachsenden Unzufriedenheit mit der einseitige Betonung von wirtschaftlichen und finanziellen Gewinn. Aus kleinen, fast unsichtbaren Zeichen von Unmut gegen die Allmacht der Börse entfalteten sich Massenproteste wie die Occupy-Bewegung oder die Indignados die mit ganz unkonventionellen Mitteln und ohne ideologische Ballast uns wieder aufmerksam machten auf die Opfer der globalen Finanzmärkte. Bücher wie ‚Empört euch!‘ von Stéphane Hessel erreichten ein Millionenpublikum so, dass auch ein beliebter Künstler wie Konstantin Wecker ein Erfolgssong daraus machte. Auch der Papst ‚vom Ende der Welt‘ zerbricht alle Konventionen und reist die Welt herum als Anwalt der Armen. Diese neue Welle der Empörung ist interessant und sogar inspirierend, doch bringt sie uns weiter? Hält Empörung uns auch im Alltagsleben nicht manchmal von konkreten Handeln ab? Und fragt die Bekämpfung von Armut nicht viel mehr um alltägliche Kleinarbeit, wie es z.B. die vinzentinische Tradition der Barmherzigkeit zeigt? Zugleich bietet die spirituelle Tradition Handlungsmodelle die die Bekämpfung der Armut über das Funktionale hinaus mit größere Visionen des Menschlichen verbindet. Die neue Welle der Empörung konfrontiert uns auf radikale Weise mit uns selbst und mit unsere Art mit der Welt umzugehen. Doch wie kann man handeln?
Diesen Fragen widmet sich der Katharinentag in Kranenburg am 27. November 2015.

Der Ort Kranenburg am Niederrhein, die Räumlichkeiten des Katharinenkonvents mit seinem Gewölbekeller, Musik und gemeinsames Essen schaffen das zum Nachdenken nötige Klima. Dabei ist es nicht nur diese mittelalterliche Ambiente die uns beim freien Denken begleiten wird – das Museum Katharinenhof ist auch dem Werk des Künstlers Josef Beuys verbunden, der Kunst immer als ein gesellschaftliche Angelegenheit betrachtet hat.

Mehr Informationen:
www.titusbrandsmainstituut.nl
https://spirin.org/Katharinentag_Kranenburg_Catharijnendag/2015._Die_neue_Emp%C3%B6rung

Die Teilnahmekosten betragen € 19,50 inkl. Konzerte und Abendessen.

Da die Anzahl der Plätze begrenzt ist, bitten wir Sie, sich unbedingt auf der Website des Titus Brandsma Instituts anzumelden: www.titusbrandsmainstituut.nl

Den Unkostenbeitrag bitten wir vorab auf das Bankkonto des Titus Brandsma Instituts zu überweisen:

IBAN: NL07ABNA0231201583
BIC: ABNANL2A

Bitte geben Sie als Verwendungszweck an: Katharinentag 2015 und Ihren Namen.

Mit freundlichen Unterstützung der Sparkasse Kleve und die Energieversorgung Kranenburg

Programm

Nachmittagsprogramm
Spezialisten aus Deutschland und den Niederlanden debattieren.
Moderation: Anne-Marie Bos, o.carm
14.00 Eröffnung: Inigo Bocken, Direktor des Titus Brandsma Instituts
14.05 Hedwig Meyer-Wilmes Kleider machen Leute: Katharina von Sienas Leben zwischen Politik und Spiritualität
14.40 Musik: Antonia Ferderer (Gitarre)
14.50 Ronald Tinnevelt Concepten van armoede
15.15 Diskussion
15.30 Pause mit Kaffee (mit Musik)
15.50 Dr. Hans-Jürgen Arens, Vorsitzende der Vinzenzkonferenzen Kr. Kleve: Caritas light? Ein tragendes Fundament für die caritas heute
16.20 Der Weg des Vinzenz de Paul – ein Gespräch mit Prof. Dr. Tjeu van Knippenberg
16.50 Musik: Annette Regnitter (Sopran)
17.00 Armut und Leadership – afrikanische Perspektiven Vorstellung eines Projektes
17.30 Musik: Annette Regnitter

18:00 Gemeinsames Essen im Gewölbekeller. Tischrede: Ludwig van der Grinten

Abendprogramm: 3. Katharinenpredigt
20.00 Begrüssung: Günter Steins, Bürgermeister von Kranenburg
20.05 Katharinenpredigt: Bazon Brock
Synkretismus mit den Waffen einer Frau
 

Synkretismus mit den Waffen einer Frau

Das mütterlich-weibliche Prinzip trug noch bis weit in die Protestbewegung der Bundesrepublik in den 1970er Jahren den Namen "Vetragt euch!" Statt Dominanzstreben galt das Harmoniestreben. Das Paradoxon ist auffällig: Mit den Mitteln der Überwältigung, der Liebe, der Überzeugungskraft die Harmonie herzustellen oder mit Präsident Wilson Krieg zu führen, um alle Kriege zu beenden. Aber niemand kann im verordneten Frieden leben. Was ist der Unterwerfungs- und Bekehrungsfrieden, wenn er nur durch Kampf der Waffen und Seelenkräfte zustandekommen kann?
Die alexandrinische Lösung heißt: Du darfst deine Wahrheiten nie ohne ihr Gegenteil vertreten.