Matthias Loerbroks: Vom Saulus zum Paulus?

Aufklärung über ein Sprichwort gewordenes Missverständnis

Der Apostel Paulus beim Schreiben. Aus einer Handschrift der Paulusbriefe, frühes 9. Jahrhundert  | Württembergische Landesbibliothek Stuttgart, HB II 54
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Die Redensart, jemand sei vom Saulus zum Paulus geworden, bezieht sich auf ein in der Bibel bezeugtes Geschehen, hat aber in den biblischen Texten keinerlei Anhaltspunkt. Dass sie sich trotzdem hartnäckig hält, legt die Vermutung nah, es könnte sich um ein interessiertes, um ein interessegeleitetes Missverständnis handeln. Welches Interesse könnte das sein? Und was ergibt sich für Versuche, Paulus zu verstehen, wenn dieses Missverständnis aufgeklärt und damit aufgelöst wird?

In diesem Jahr wird ständig an die Ereignisse von 1517ff. erinnert. Die Entdeckungen Martin Luthers, die zur Reformation führten, verdanken sich zwar nicht nur, aber erheblich seiner Paulus-Lektüre. Wegen deren großer Wirkung ist es für Nachgeborene nicht leicht, Paulus nicht durch Luthers Brille zu lesen. Aber es ist ein Versuch, der sich lohnt.

Zur Person:

Dr. Matthias Loerbroks ist Pfarrer der Ev. Kirchengemeinde in der Friedrichstadt; hat in Tübingen und Berlin Ev. Theologie studiert und bei Friedrich-Wilhelm Marquardt, Berlin, promoviert.