Denkerei: Überwachen und Schlafen

Performance-Vortrag von Elisabeth von Samsonow im Rahmen der Ausstellung „Schlafende“ von Silke Rehberg

Für die Performance „The artist is absent“ ließ die Philosophin Elisabeth von Samsonow sich vor Publikum anästhesieren. | Foto © esel.at. Kunstraum Niederösterreich, Wien 2016. Elisabeth von Samsonow: Überwachen und Schlafen | Denkerei, Berlin, 13.09.2017. Foto © Marina Sawall
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Sándor Ferenczi macht 1924 die ernüchternde Feststellung (mit welcher er Freuds These vom Unbehagen in der Kultur vorwegnimmt), dass die Kultur nichts weniger als einen Versuch darstellt, die allgemeine Schlafsucht und das Mißbehagen am Wachsein mit geeigneten Mitteln zu befriedigen. Diese von Ferenczi unterstellte allgemeine Schlafsucht in ihrer (organischen, psychologischen) Primitivität wird in Elisabeth von Samsonows Vortrag dem Syndrom der Überwachung(ssucht) gegenübergestellt. Will man nun wirklich überwacht werden? Schläft man besser, wenn man überwacht wird? Gibt es eine geheime Lust an der Überwachung, die der Angst, im Schlaf verloren zu gehen, korreliert ist? Nicht zuletzt geht es um den Ursprung von Theologie und Technologie als Spezialisierungen von Überwachungsarbeit. Der Vortrag lädt die Gäste dazu ein, ihn zu verschlafen.

Die österreichische Künstlerin und Philosophin Elisabeth von Samsonow spricht und agiert in der Auseinandersetzung mit Schlaf und Schlaflosigkeit in einer Mischung aus konfuser Kunst und luzider Analyse.

Zur Person:

Elisabeth von Samsonow ist Professorin für Philosophie und Historische Anthropologie der Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien und arbeitet als Künstlerin in Wien und Hadres/Niederösterreich.

http://www.samsonow.net

http://kunstanthropologie.akbild.ac.at/index.php

Über die Aktion „The artist is absent“: http://derstandard.at/2000029592984/Meanwhile-Das-Vorher-und-Nachher-intensiver-Zeiten