Pylonia

Power-Kongress, 22./23.09.2017

Pylonia | Skulptur, Höhe: 60 m, 2017.
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Bazon Brock wird einen Telefon-Fern-Vortrag halten!

Zur Skulptur:

Pylonia ist eine begehbare Großskulptur (wenn fertig aufgebaut über 60 Meter hoch) aus einem Hochspannungsmasten. Im Inneren befindet sich ein Kubus, der als Veranstaltungsplattform und Produktionsstätte für Kunst dienen wird. Der Hochspannungsmast wurde von uns abgebaut und mit Modifikationen wieder in Stuttgart zusammengesetzt. Anstatt den Armen, welche die Starkstromleitungen tragen, wird sich Pylonia nach oben verjüngen und mit einer Pyramide die im Dunkeln leuchtet abschließen. Damit gleicht Pylonia in der Form einem Obelisken mit klarer Gestalt, die durch ihre Feingliedrigkeit trotz der gigantischen Dimension grazil wirkt.

Zum Kongress:

Die Tatsache, dass ein Künstler in einer Guerilla-Aktion eine Skulptur über 60 Meter mitten in einer schwäbischen Stadt aufbaut, könnte Gemüter erregen. Auf welche Widerstände werden wir treffen? Wie lange wird das Kunstwerk stehen bleiben? Wer besitzt die Macht? Diese Fragen sind Teil der Inszenierung. Vor diesem Hintergrund soll sich der sogenannte Power-Kongress abspielen. Neben Macht bedeutet Power im Englischen auch Kraft und Energie. Dieses Thema wird ebenfalls auf dem Kongress behandelt. Am Samstag, mit den Workshops und dem Zukunftslabor, soll der Fokus auf die vor Ort lebenden und arbeitenden Künstlern und ihren Projekten liegen. Auch der Kontext der städtebaulichen Entwicklung rund um die Wagenhallen in Stuttgart soll angesprochen werden. Was für eine Kraft hat ein solcher Ort der freien Kunst und Kulturszene? Wie kann man den Freiraum, der bis jetzt um die Wagenhallen existierte, erhalten?

Exkurs: Entwicklung des Rosenstein-Areals:
Die Frage nach der städtebaulichen Entwicklung ist vor dem Hintergrund, das für den Erhalt der Wagenhallen als Kunst und Kulturfreiraum lange gekämpft werden musste, wichtig. Das ganze Gebiet wird umstrukturiert und überwiegend neubebaut. Die Lage ist eine „Goldgrube“ für Investoren. Welche Rolle spielen dabei die Wagenhallen als Kunst und Kulturareal? Wie kann die Autonomie gewahrt werden oder wie soll die Zukunft allgemein aussehen? Dient Kunst nur noch als Fassade für ein Fassadenviertel des Konsums?

Zum Veranstalter:

Performance Electrics gGmbH ist mehr als nur ein Stromanbieter. Mit neuen, künstlerischen Ansätzen wird Kunststrom – Strom, der mit zahlreichen Projekten an wechselnden Standorten produziert wird. Temporäre Aktionen im öffentlichen Raum sowie dauerhafte Installationen gewinnen den Kunststrom, der in das öffentliche Netz eingespeist wird und nur über Performance Electrics bezogen werden kann.

Pablo Wendel gründete 2012 die Performance Electrics gGmbH als Stromanbieter zur Produktion und Distribution von Kunststrom – Strom, der auf vielfältige Art durch und mit Kunst produziert wird. Die Struktur von Performance Electrics lässt sich über die Metapher des Netzes veranschaulichen:
Designer, Architekten, Künstler und Kunsthistoriker beteiligen sich teils projektbezogen, teils dauerhaft an verschiedenen Standorten wie Berlin, Stuttgart, Brüssel oder São Paulo an der Produktion von Kunststrom. Die Zentrale, in der die Forschung und Entwicklung stattfindet, befindet sich in den Wagenhallen in Stuttgart. Durch seine vielen unterschiedlichen Kooperationspartner kann Performance Electrics an der Schnittstelle zwischen
Wirtschaft, Politik, Kultur und Wissenschaft agieren. So entsteht ein Netzwerk, das Energien zwischen Kunst, Technologie und Wirtschaft transferiert und synthetisiert.

Die performative Verknüpfung von Kunstprojekt und Stromanbieter ist das strukturelle Alleinstellungsmerkmal von Performance Electrics. Gängige ökonomische Modelle werden durch die Gemeinnützigkeit der Stromproduktion hinterfragt, da die Energie des Verbrauchers zu 100% in den Kunststromkreislauf zurückfließt und Performance Electrics die Gewinne
vollständig in den Ausbau neuer kreativer Energien reinvestiert. Somit fördern alle Kunden, darunter sowohl Museen als auch Privathaushalte, Performance Electrics dauerhaft über ihre Nebenkosten – indem sie Kunststrom beziehen.

www.performance-electrics.com

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