Hörstücke I: „Des Kaisers kleinste Größe“ und „Triumphe meines Willens“

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Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

A Des Kaisers kleinste Größe

Erzählung über einen, der das Meer aussaufen wollte.

Eine Aufnahme des Süddeutschen Rundfunks, 1966.

Mitwirkende: Ernst August Schepmann, Uwe Jens Papa (Erzähler), Walter Thurau (Redner), Bertil Wetzelsberger (Kaiser), Mila Kopp (Mutter des Kaisers), Nikolaus Haenel (Maximilian) sowie Schaeffner und Dietrich Schröder.

Regie: Imo Wilimzig.

... Die Frau Mama und kaiserliche Gebärerin hatte zu sterben auch noch nicht angefangen, als er schon Kommandant, und zwar als Bruder des Kaisers, Kommandant der Flotte war, die sank. Er unter Einsatz seines Lebens, schwimmen konnte er nicht, hatte nach englischem Muster zuletzt das Schiff verlassen, um als einziger gerettet zu werden. Österreich besaß damals nur drei Kriegsschiffte. Der Verlust war total.

So kam es zu unschönen Auseinandersetzungen. Seine Mutter ohrfeigte ihn vor dem versammelten Kabinett, als er, noch in nassen Hosen, gleichsam im Beweis, daß seine Flotte tatsächlich untergegangen war, zum Rapport erschien. Daraufhin habe ihm die kaiserliche Mutter die Kleider vom Leibe gerissen, vor allen Herren des Kabinetts, und geschrien: (keifende Weiberstimme) "Marsch, in die Badewanne, Du wirst Dir noch den Tod holen, hinaus!" - Und zu den umstehenden, betretenen (?) Herren gewandt, habe sie hinzugesetzt, indem sie auf die Pfütze zu der Herren Füße wies: (königliche Weiberstimme) "Schon als Kind ist er ins Wasser gefallen. Sein Problem bleibt das Meer. Wir werden es abschaffen müssen, um unseren Sohn zu bewahren. Ein Mann in nassen Hosen, Jesus, wir werden seine Hosen trockenlegen und die Marine abschaffen. Der Urlaub wird von nun ab nur noch in Ischl verbracht. Das gilt auch für Dich, Franzl! Guten Abend!"

Auch diese Mutter hatte den Spieß umkehren wollen. Aber das umgekehrte Ende des Spießes bleibt stumpf. Man kann auch in Ischl zur See fahren und auf dem Trockenen geradeaus rudern mit einer Prise Herbstwind im Taschentuch, genügend Speichel, um die Hand fest an den Riemen zu leben und mit der Imagination eines großen Mannes...