movens

Dokumente und Analysen zur Dichtung, bildenden Kunst, Musik, Architektur

movens | Hrsg. von Franz Mon. Wiesbaden: Limes, 1960.
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Mit Beiträgen von Emmett Williams, John Cage, Alberto Giacometti, Diter Rot, Bazon Brock, Peter Weiß, Daniel Spoerri, Viktor Vasarely, Heinz Mack, Jean Tinguely, Otto H. Hajek, Karl Otto Götz, Winfred Gaul, Jean Fautrier, Bernard Schultze und anderen.

Seite im Original: 114-116

Zur poetischen Syntax

Der Anfang ist das metaphysische Alter des Kunstwerks par excellence. Der Anfang ist das Stadium der Enthüllungen. Ist jede mögliche Poesie heute eine Auswicklung der Sprache, die nichts hinter sich hat, auf das sie sich zurückbeziehen könnte, so ist der Anfang die Willkür des Geistes, die Willkür des „Schwarzen, das der Mutterschoß der Anfänge ist (1).“ „Dieses kindliche Suchen nach den Anfängen. Au fond gibt es nicht wahnwitzigere Willkür als die des einfachen Sprechens (2).“ „Das ganze Anliegen der Kunst steckt im Anfang (3).“ „Nichts ist kostspieliger als ein Anfang (4).“ Denn er ist Tätigkeit, die nicht auf das Tun von etwas Bestimmtem gerichtet ist, die nicht vorgedacht, sondern nur gewollt werden kann. Ihm liegt kein Grundsatz, keine Idee, kein Gedanke zugrunde, sondern allein ein Imperativ. Der Geist ist nicht erkennend, sondern wollend. Damit wird verständlich, daß viele moderne Texte moralische Aktionen sind. Uns spielt kein „Mythos mehr die Naivität des Anfangs in die Hände (5).“ Hier geht es nicht um einen Anfang, der schon das Ende nach sich zieht. Es ist kein Anfang auf ein Ende hin, auf einen möglichen Abschluß des Vorgangs; es ist ein Anfangen ohne die Hoffnung, sich naiv zum direkten Fortschreiten in eine bestimmte Richtung treiben lassen zu können. Denn „man zieht die Worte wie aus der leeren Luft. Ist eins gewonnen, dann ist eben nur dieses eine da, und alte Arbeit fängt von vorne an (6).“

Ist ein erstes Wort aufs Papier gezerrt, hat man sich zur Expansion auf dem Weißen hinreißen lassen, so ist eben noch gar nichts erreicht und der ganze ungeheure Aufwand an Lebendigkeit bleibt in die Leere hinein zu leisten. Und zwar in einem bedingungslosen Arbeiten im Hinblick darauf, daß die Sprache Erstes ist unter dem Aspekt und zum Vorgang des Machens, das heißt, wenn Sprache spekulativ als werkerstellend verstanden wird aus der Kraft und Setzungsdynamik dessen, der sie durchführt. Der die Welt redet. Dessen Bewegung den Sprach- und Geistfluß fordert. Der sich von der Sprache expandieren läßt. Dessen Aktionen aus dem ersten Zustand des bloßen Heraussagens, des Auswerfens, der Türmungen, des Ansammelns und Ausräumens von Lebendigem in ein ästhetisches Gefüge münden, soweit wir eben darunter ein lückenloses Gefüge von Sprachakten verstehen. Dieser erste Zustand, „diese erste Weise, von einem Kunstwerk sprechen zu können, ist die unmittelbare, daß jenes als ein Ding überhaupt da ist. Dies ist der bestimmungslose, nichtprädikative Zustand eines Seienden, das nichts weiter als da ist.

Es ist die aus dem Selbst geborene Substanz. In ihr herrscht das reine Pathos der Substanz (7)“, die hier zum flüssigen Wesen wurde, zur Tendenz. Dieser erste Zustand, dieses Fallen in den Schritt, diese Etablierung im Anfang ist nur Impuls ohne inhaltliche Bestimmtheit, noch nicht beladen mit Richtungen. Er ist Rhythmus, Emotion, Wille der Zustimmung, instinktmäßiges Arbeiten in der Sprache, die sich selbst ausspricht und dirigiert. Es ist der Zustand einer aktualisierten Sprache, die sich selbst zum Inhalt erhält, in ihrem Ablauf sedimentiert oder arretiert, vom Stillstand durchschossener Prozeß in Fragmenten, Phrasen, Perioden. Dieser Stillstand ist der immer neue Augenblick des Übergangs, der Grenzschwierigkeiten mit jedem Wort und den vorläufig beschließenden Satzzeichen, wenn motorisches und sensorisches Sprachzentrum ruhen, wenn das Sprechen/Denken auf die reine Sprachfähigkeit (kata dynamin) zurückgeholt wird; es ist der Augenblick des Denkens (ex, de) potentia, während die unmittelbare Artikulation Denken (ex, de) actu ist, denn wir verstehen ja Sprache nicht als Ergon, sondern als Energeia.

Das erste Dasein des Textes ist der Zustand der Wortkonstituierung und der Gewinnung einer formalen, strukturellen Autonomie der Sprache, deren Prinzipium ultimum, deren „Wahrheit als dynamische Totalität aller sich auseinander erzeugender Sätze verstanden werden kann (8).“ Wahrheit ist hier nicht objektiver Bestand, sondern Potenz, die es nicht zu erkennen, aber zu verwirklichen gilt. Aus allem, was über das Problem des Anfangs gesagt wurde, lassen sich ohne Mühe die verschiedenen Aporien des Abstrakten in der Dichtung, Malerei und Musik auflösen. Denn Abstraktion ist für diesen Fragebereich nicht sekundäre Generalisierung, Begriffsbildung, Ideierung oder allein schon verwickelte Gedanklichkeit, sondern sie ist das Primäre (im Sinne Hegels, Whiteheads und anderer). Sie ist Erstes, Unmittelbares, Erweckendes, ist extending over, das Sichausbreiten über die Leere hin, ist nicht „auf konkrete menschliche Existenz, sondern auf den kosmologischen Vorgang ausgerichtet (9)“.

Abstraktion ist die Willkür des Anfangs mit einem Babel von Möglichkeiten des Fortgangs und Ausgangs, ohne daß man sich für eine dieser Möglichkeit zu entscheiden hätte. Sie ist motus animi continuus für den auslösenden Zustand des Anfangs. Abstrakt sein heißt, ohne Grund sein, ohne Begründung, ohne causa was den Ursprung betrifft. Abstraktion ist nicht Subsumtion, auf die es ohnehin nicht ankommt, sondern Evokationsprozeß, Akt, Spontaneität. Den Anfang macht das, was an sich ist. Das Abstrakte, die gesetzte Einzelheit im Hier und Jetzt, „ist das Primitive, als erster abstrakter Aufriß, der die Komplikationen zwar kennt, sich aber mit ihnen nicht einläßt (10)“. „Abstrakt ist das Unbedingte, das Selbstzweck wurde (11)“, das das Material liefert und das zwar nicht mit leerem Sein, aber mit dem leeren Begriff beginnt, also mit der relativen Unbestimmtheit, dem einfachen Dingsein, bewußtlosen Dasein. Denn das Erste ist das Ärmste an Bestimmung.
Mit welcher Anstrengung im Begriff man seine Strukturen angemessen auszeichnen könnte, soll im folgenden angedeutet werden, wobei wir leider auf Beispiele verzichten müssen. „Das Orakel ist die notwendig erste Sprache als Form des zufälligen Daseins, des noch nicht besonderten Daseins, also die des abstrakten ästhetischen Gebildes (12).“ „Die Sprache als die sich lebendig aussprechende unendliche Affirmation ist das höchste Symbol des Chaos, das im absoluten Erkennen auf ewige Weise liegt. In der Sprache liegt alles als Eins, von welcher Seite man Sie anfasse (13).“ Die Sprache der modernen Poesie gleicht jenem chinesischen Himmel, der alles auf gleiche Weise zudeckt, das heißt, die Sprache walzt jede Aufrichtung in die Dimension von Raum und Zeit ein, Vergangenheit und Zukunft werden übers Knie gebrochen, weil eben Sprache als das indefinit Lebendige ein Prinzip der reinen Identifikation ist. Die Homogenisierung aller Plurale, Dimensionslosigkeit, Flächigkeit sind die Folge. Alles Nacheinander im Bewußtsein ist vollkommen voneinander getrennt, ist atomistisch, also ein Nebeneinander. Alle horizontalen Spannungen (Handlungsablauf, Entwicklungspsychologie, Begründungen) werden in vertikale Spannungstöße (Anruf, Kartusche, Raster, Gitter) umgesetzt.

Wem die Sprache allein Anlaß ist, fruchtbar zu sein, wer sich sprechend vorfindet, wer überschäumt über die Ränder einiger weißer Stücke Papier, dem erweist sie sich am Fließband seines Aktionsvermögens als Totalität als das große Zugleich und vollkommene Einerlei, welches das Philosophische und Literarische, das Metaphysische und das Poetische, die Aussage und die Halluzination, den Syllogismus und die Assoziation, die vorzügliche menschliche Fähigkeit des Vergessens und das Bewußtsein integriert — oder anders „Dichtung ist ein einziger langer Satz (14)“, in dem eine neutrale Gleichzeitigkeit von begrifflich zwar trennbaren Verhältnissen herrscht, deren genetische Verbindungen untereinander aber nicht erlebbar und zeitlich nicht differenzierbar sind. In ihm kommt die Gleichheit des identischen Urteils zum Ausdruck, worin ein und dieselbe Instanz Subjekt und Prädikat ist, ja, in ihm geht die Sprache wieder hinter das Subjekt-Objekt-Verhältnis zurück. Da das ästhetische Gebilde nicht den Horizont seines Entstehens, das Moment seines Werdens entbehren kann, wird die Identität von rationes essendi und dicendi, von figures linguistiques und figures de pensée in der Dichtung als figures d'être verständlich.

Als solche fordert sie, daß in ihr alles auf einmal da ist, bis hin zu jener komplexen Bewegung, die bereits in den Stein, in die Erstarrung übergeht. Es ist keine einzelne Rede oder Form möglich, die nicht sofort anderes und weiteres, also das Ganze fordert. „Ich sehe mich gezwungen, meinen Mund zu halten, weil ich nicht alles auf einmal sagen kann (15).“ Das Ergebnis sind dann die Wörterbücher, „Alphabete menschlicher Leidenschaften (16)“, die Kataloge von Verlaufsformen, die Indici, die Telefonbücher und Statistiken, die uns die moderne Poesie liefert. „Denn man will ja Bücher schreiben, in denen man nur Sätze zu schreiben hat, wie man, um zu leben, nur Luft zu atmen braucht, ohne alte Kombination der Effekte und Berechnungen der Unterseite (17).“ Der Satz bedeutet hier natürlich nicht mehr einen Sachverhalt, eine syntaktische Einheit nach den Werkmodellen, die die Grammatiken bieten. Es kann heute nicht mehr darum gehen, diese Modelle zu zerstören und aufzulösen wie bei einigen Vertretern des Expressionismus, denn diese syntaktischen Dissimilationen und Destruktionen sind im Grunde nichts weiter gewesen als bloßes Hyperbaton (Stramm), weil sich die Grundlagen dieser Modelle, die der erkenntnistheoretischen Operation, in einer Krisis befanden und man die Sprachkraft nicht für ausreichend hielt, das vermeintlich Neue und Andere, die Wirklichkeit zu erfassen.

Diese Schwierigkeiten bestehen heute nicht mehr, da, wenn immer noch an eine Identifikation von Logik und Syntax gedacht wird, das im Sinne des Carnapschen Toleranzprinzips geschieht, wonach jeder seine Sprachform und deren Logik entwickeln kann, und da zum anderen die Sprache eben nicht mehr Werkzeug ist, um Information zu ermöglichen, und deshalb auch die unüberbrückbaren Antinomien zwischen Zeichen und Bezeichnetem nicht mehr bestehen. Die Sprache selbst ist der Ausgangspunkt und liefert nicht mehr abbildende Zeichen. Dieser Sprache geht keine algetische Reduktion auf das Nichts voraus. Zwar ist auch heute noch die Syntax für die Dichtung als regulatives Prinzip verloren, aber Sie ist als konstitutives Prinzip gewonnen worden, das eben heißt Sprache heuristisch verstehen. In ihr wollen wir ja keinen Zweifel am Objekt, noch einen am Subjekt, sondern eine absichtsvolle Gründung, eine Geschehensstiftung betreiben aus der Kraft unseres Begehrungsvermögens. Wobei man immer nur auf dem Weg zu einer création absolute sein wird, niemals aber im Zentrum eines abgeschlossenen, erschaffenen Objekts verenden. 

Die heutige Poesie konzentriert Sprache auf das Wort, auf die buchstäbliche Existenz des Wortes, das nicht nur aus einem syntaktischen Bedeutungsgefüge mit anderen lebt, sondern Einzelgänger ist, Einzeller, jedes trägt das Haus seiner Bedeutungen auf seinem eigenen Rücken. Dieses einzelne Wort ist nicht mehr im herkömmlichen Funktionsbereich klassifizierbar (so treten zum Beispiel auf: indeklinables Pronom, beziehungslose Adjektive als agierende Subjekte, verdoppelte, zusammengesetzte Verbalsubstantiva und so weiter). „Das Wort wird monadische Einheit (18).“ Jedes Wort besitzt selbständige Seinsweise von Substanz. Es vertritt die absolute Position beziehungsloser Unmittelbarkeit. Jedes Wort ist Titel.
Jedes Wort ist Definition eines Aktes sukzessiven Dingdenkens. Das Wort ist singuläre Existenz ohne jeden Du-Aspekt. So weit in einer syntaktischen Koordination das Wort in Verbindung mit einem est auftritt, bleibt diese Verknüpfung selbst zwar unausgesprochene, aber doch paradigmatische Existenz der Poesie und nicht Kopula. Der Vorgang auf dem Papier ist ein Acte de présence in einem ihm immanenten, nicht syllogistischen Verfahren, das auch alten zu deckenden Überschuß an Bedeutungen nach innen amortisiert. Die Führung einzelner Worte als simultane, einstufig gefaßte Geschehensausdrücke in einer poetischen Gruppe ohne konventionelle Einbettung in ein Sinngefüge wird zur Onomatomixie. Das Wort ist nicht darauf angewiesen, nur eine Trägerexistenz in der Brücke von Bedeutungen zu führen. Jedes Wort thront in einem Hofe von Nebenumständen und in einer ganzen Fülle anderswoher stammender Vollkommenheiten. Jedes Wort bildet sich im freien Raum zum nächstfolgenden noch ein mal ab.

Daher gibt es so etwas wie die volle Wirkung der Leerworte in der modernen Poesie, eine antinomische Sphäre. Diese Löcher des Bewußtseins lassen sich durch keine noch so konzentrierte Hinwendung auf die Intentionen des Systems, zu dem die Worte gehören, zustopfen. Vielmehr wird man hinter diesen Negativen der punktuellen Potenzen ein Anderes entdecken, das erscheint, wenn etwas negiert wird: eine Gegenwahrheit, einen Gegensinn, der nicht Unsinn ist, ein System und allgemeines Motiv des Schweigens, der Spuren des Vergessens, der Pausenzeichen, kurz: das Gegen- oder Nichtwerk. (Hier erhalten wir einen letzten Hinweis darauf, daß es heutiger Poesie vor allem auf die Spontaneität des Aktes der Innovation ankommt, weniger oder gar nicht auf das Produkt und Resultat dieses Aktes. So stößt schon ein Wort auf seinen möglichen Sinn und Gegensinn und ist in dieser Bewegung nicht mehr in einer morphologischen Struktur, sondern nur noch in einem positionellen Assozianismus lenkbar, der wiederum nichts mit einer irrationalen, diktatorischen Phantasie zu tun hat (denn die Phantasie entwickelt sich erst aus der Sprache), sondern der eine Kettenreaktion intentionaler Verknüpfungen ist.

So frißt das Wort den Satz und damit seine eigene Position innerhalb eines Gefüges gezielter Aussage. Aus dem hypertaktischen Kausalnexus wird eine parataktische Manifestation in Reihen, Blockbildungen, marschierenden Wortverbänden, Koppellungen, Bildkomplexen, Ausrufen, Schreien, Sprachlappen, -inseln, -flecken, der Situationswörter in Wortstreuungen, Haufen, Ballungen, Klumpen, Kolonien. Das Wort beginnt in Lautgesten zu vibrieren, zieht zusammen, verfährt optisch summierend, sperrt aus, knetet, überführt Rotes, Quadrate, Pfeile, e-moll. Das Quirlen im Flüssigen der Sprache, die geheizten Wortläufe, die Entwicklung eines Wortkonzerts in durchgeführter Sprache, die Polytexte, Wortnoten, die Lautinduktion, die Verbalkunst und reinen Tonfolgen, kurz die Worte in Aktion bestimmen die Topographie eines poetischen Textes, der ja nichts weiter ist „als eine ästhetisch gegliederte linguistische Elementenmenge (19)“.

Die Sprache entwickelt hier ein Verfahren nach eigenen Maßen, dem man nicht durch Betrachtungen oder ein Verstehenwollen, sondern nur durch ihren Vollzug gerecht werden kann. Der Leser wird aufgefordert, sich in die Sprachstrudel einbeziehen zu lassen und sie zu erweitern, autonom zu addieren. Dabei kann jedes Zufällige und Willkürliche sein Organ an der Arbeit der Entfaltung und Ausbreitung werden. Ihm wird lediglich das Material zugebracht, eine Textur an die Hand gegeben, und in Gestalt der modernen Poetiken wird er angeleitet, alle Kadenzen selbst zu finden, Mittelworte einzusetzen, die phantastischen und intellektuellen Transfigurationen, Auffassungen und Beziehungen zu verbreiten. „Es entsteht daraus, noch selbst unabhängig von der Rede, ein bloß aus der Form und Anordnung der Begriffe hervorgehendes rein intellektuelles Vergnügen, das vorzüglich durch die Kühnheit bewirkt wird, lauter gehaltvolle, selbstständige Begriffe bezeichnende Ausdrücke in überraschende Vereinzelung nebeneinander hinzustellen (20).“

Ein ästhetisches Gebilde ist durchaus allein das, was der Leser daraus macht. Er entscheidet. Kriterium ist allein die Emotion, die es ihm verschafft. So legitimiert sich bei der richtigen Anwendung die Praxis derer, die nur lesen, um selbst zu schreiben, und es ist deshalb verständlich, daß niemand mehr gezwungen werden soll zuzuhören oder zu verstehen, sondern sich zu beleben und zu potenzieren, aus der Visassimilativa seines Intellectus ectypus. So wird man jene einfachen Definitionen der Poesie wiedererkennen können: die Bewegung, den „Tanz der Sprechorgane (21)“, die sinnlichen und ladungsreichen Gebilde, das elementare allgemeine Sprechen, die Inauguration von Leben, die Eigenständlichkeit geistiger Realität als Energeia, wenn „sich das Sein der Sprache verwirklicht als die Tätigkeit des Sprechenden (22)“. So ist „Dichtung nicht als Form (nicht als Ergebnis jeweils geleisteter Welt), aber als Tendenz unsterblich (23)“. 

In den Anführungszeichen Gesetztes spiegelt Sentenzen von: 

(1) Jahnn
(2) Carl Einstein
(3) Picasso
(4) Nietzsche
(5) Broch
(6) Kafka
(7) Hegel
(8) Adorno
(9) Bense
(10) H. Ball
(11) Tzara
(12) Hegel
(13) Schelling
(14) Perse
(15) Lautréamont
(16) E. Jünger
(17) Flaubert
(18) Krapp/Michel
(19) Bense
(20) W. v. Humboldt
(21) F. Mon
(22) Stenzel
(23) R. Borchardt