Bazon Brock, was machen Sie jetzt so?

Autobiographie [Die blaue Illustrierte]

Bazon Brock, was machen Sie jetzt so? | Titelseite Bazon Brock, was machen Sie jetzt so? | Umschlag Vorder- und Rückseite montiert
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Dieses Buch beantwortet im Hinblick auf Bazon Brock die folgenden Fragen, damit sie endlich rationell beantwortet werden können für Partygäste, Berufungsgremien, Arbeitsämter, Preiskommissionen, Heiratsvermittler, Zeitungsarchive, Kritiker und alle anderen, die sich bereits Bazon Brock in brüderlichem, verantwortlichem Interesse zuneigen.

Mit wem sind Sie eigentlich zusammen?

Wo stammen Sie her, was ist das für ein komischer Name, Bazon?

Haben Sie sich schon mal selbst beschrieben, ich meine objektiv?

Das ist doch auch wieder so ein Beispiel Ihrer arroganten Art, mit anderen umzugehen, oder?

Ich habe wieder Sachen über Sie gelesen, doll, was sagen Sie dazu?

Können Sie mal kurz einige Daten geben?

Ihre Sachen von früher fand ich viel besser, nich?

Was machen Sie so jetzt?

Warum sind Sie immer so direkt?

Wie geht es Ihnen?

Ich habe wieder Sachen über Sie gelesen, doll. Was sagen Sie denn dazu?

Ja, ich habe sie auch gelesen: für die Experimentaaufführung hagelte es allein schon 76 Rezensionen. Das wäre eine gute Gelegenheit, die Rezeption eines Geschehens auf dem Theater in Deutschland zu beschreiben. Rezeption durch die Kritik. Denn die Rezeptoin durch andere Instanzen weicht erheblich von der Kritik ab.

H.V. ARTMANNs Sohn drückte mit einem hohen Schrei jenes Gefühl aufrichtiger Freude und berechtigten Stolzes aus, das auch mich ergriff, als ich mich in Micky-Mouse Nr. 27 von 1962 neben Ede WOLF und Donald DUCK sah. Jener Schrei wurde von H.C. ARTMANN persönlich wahrgenommen und mir mit dem Zeichen äußerster Sympathie überliefert.

Die Dokumente der Bremer Theateraffäre deuten auf einen der erfülltesten Augenblicke deutscher Theatergeschichte hin: vom Mittelplatz der ersten Reihe im Parkett mich erhebend unter gleichzeitiger Kennzeichnung meiner Position durch die Spots der TV-Teams, durfte ich die Widmung des Stückes zurückweisen und auf die Aufforderung hin, meine Ausführungen zu wiederholen, den wahrhaft einmaligen Hinweis darauf geben, daß auch der König nur einmal gekrönt werde. Die Hintergründe dieser Geschichte passen ins Deutschland der angeblichen linken Theateravantgarde: sie unterliegt in ihrer Praxis der von ihr attackierten Gesellschaft. Wer über künstlerische Produktivmittel wie ein Theater verfügt, der bestimmt, was gemacht wird.