Bazon Brock, was machen Sie jetzt so?

Autobiographie [Die blaue Illustrierte]

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Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Dieses Buch beantwortet im Hinblick auf Bazon Brock die folgenden Fragen, damit sie endlich rationell beantwortet werden können für Partygäste, Berufungsgremien, Arbeitsämter, Preiskommissionen, Heiratsvermittler, Zeitungsarchive, Kritiker und alle anderen, die sich bereits Bazon Brock in brüderlichem, verantwortlichem Interesse zuneigen.

Mit wem sind Sie eigentlich zusammen?

Wo stammen Sie her, was ist das für ein komischer Name, Bazon?

Haben Sie sich schon mal selbst beschrieben, ich meine objektiv?

Das ist doch auch wieder so ein Beispiel Ihrer arroganten Art, mit anderen umzugehen, oder?

Ich habe wieder Sachen über Sie gelesen, doll, was sagen Sie dazu?

Können Sie mal kurz einige Daten geben?

Ihre Sachen von früher fand ich viel besser, nich?

Was machen Sie so jetzt?

Warum sind Sie immer so direkt?

Wie geht es Ihnen?

Wie geht es Ihnen?

Lange Zeit habe ich gebraucht, um nicht zu antworten, wenn man mir diese Frage stellte. Ich begriff nicht, es hier mit einer jener Leerformeln zu tun zu haben, die das Ritual der gesellschaftlichen Korrespondenz ausmachen.

Ich habe immer geglaubt, man könne selbstverständlich auf eine solche Frage nur antworten „schlecht, danke“, sollte sie der Ausdruck tatsächlicher Anteilnahme sein. Indes wurde ich als Miesgesicht bezeichnet, als jemand, der dauernd etwas zu meckern hat, weil er sich nicht mit dem zufrieden gibt, was er hat. Gemessen aber an dem, was sein könnte, ist das, was ist, vollkommen unzureichend. Der Einwand der großen Welt gegen unsere infantilen ‚Omnipotenzträume‘ heißt: politisches Leben der Gesellschaft sei gegründet auf der Kunst des Möglichen. Eben weil wir wissen, was möglich ist, verurteilen wir, was ist. Da aber ist, was ist, geht es uns immer „danke, schlecht“. Die gesellschaftlichen Generalinstitutionen versichern jedem, seine Krankheiten seien kleine Wehwehchen, die durch ordentliches privates Leben eingeschränkt werden könnten oder die man eben aus Gründen der Unumstößlichkeit des Schicksals hinnehmen müsse. Die Doktoren aber meinen, Anfälle von totaler Desolatheit seien nicht auf Erkrankungen im Bereich der individuellen Organe zurückzuführen, sondern auf das falsche Leben in der Gesellschaft. Dies Falsche zu ändern, würde aber derartige Anstrengungen für die Organe bedeuten, daß man gewiß bald schon heftig erkranken würde.

So zahlt man denn und leidet weiter.

Wie alle etwas größeren Köpfe bin also auch ich ein Hypochonder.