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Anwendung jenes Prinzips des Unvermögens

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Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Beigefügtes Werk: Strukturen childs / Bazon Brock

Erste Ausgabe des zweiten Lyrikbandes Bazon Brocks, der von der konkreten Poesie und dem Neodadaismus geprägt ist. Mit 4 "Strukturen" genannten Drucken von B. Childs.

unseren Köpfen lasten. nach menschlichem Ermessen ist ein Widerstand gegen 
jene Abart von Dichtung, in der Geistiges an ein Objektives gebunden 
werden soll, schon ohne Folgen. die Aufforderung: Sand nicht Öl im Getriebe 
der Welt zu sein, ist reinster Ausdruck jener Verkommenheit. 
wir haben uns hingegen darüber klar zu sein, daß

wir in die mahlenden Zahnräder hineingeraten müssen

das bloße Durchschauen der Abstraktion, zu wissen, wielange wir daran 
gelitten haben, macht gegen diese Vorstellung nicht immun; abstrakt wäre es, 
von jemand, der ohne Wasser ist, darauf zu schließen, daß er sich in einer 
Wüste befinden muß, dabei ist es weiß Gott eindeutig genug, daß man mit 
Vorliebe auf dem Meere verdurstet. wer das nicht merkt, redet folgerichtig 
heute als Pazifist für die Generale. heute — das ist immer dann, wenn das 
Böse in dieser Welt scheinbar ausbleibt, weil sich niemand damit identi 
fizieren will. wir wollen deshalb einen Teufel vom Dienst stellen und das 
Geschäft der Selbstbornierung treiben. schockieren ließe sich bestenfalls ein 
Kardinalskollegium mit der insistierenden Behauptung, man glaube an die leib 
haftige Auferstehung. in Wahrheit sollte uns die Kunst jene gute Subjek 
tivität werden, das heißt, Furcht vor der als erhaben vorgestellten Welt; 
und Furcht vor der Liebe, denn schon immer hat die Liebe — und mit ihr 
die Sorge — die Welt als Objekt konstituiert. das heißt den Sündenfall 
begehen. das Objektive als die Perversion der Liebe ist der Stoff nur vom 
Stoff und der Mensch nur vom Menschen umgeben. und sie sollte sein, 
Mannigfaltiges als das Mannigfaltige zu belassen, selbst nach einem siebzig 
Jahre langen Leben. diese Aufgabe hat sich die Dichtung zuzutrauen. selbst 
der sicherste Poet kann dem offenbaren Wahnsinn der Dichtung nicht einfach 
die Gebärde des Mutes verbinden, die Wahrheit überall unbekümmert aufzu 
sammeln, sollte es möglich sein, das nämlich hieße, sich dort zu verlieren,