Kotflügel/Kotflügel

erster lyrikband

Bazon Brock "Kotflügel Kotflügel" | (Titelblatt) Direktor der Natur, Widmung in "Kotflügel, Kotflügel" Direktor der Natur, Widmung in "Kotflügel, Kotflügel" | bearbeitete Fassung
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Brocks Karriere begann 1957 mit der Veröffentlichung eines Gedichtbandes: Kotflügel, Kotflügel. Damals nannte sich Brock noch Bazon Phönix Phlebas Brock.

Die frühen Gedichte drehten sich vor allem um das Thema Sprache. Brock wollte aufzeigen, daß Sprache nicht nur ein Werkzeug ist, mit dem man Informationen übermitteln kann, sondern daß Sprache unabhängig von Bedeutungszuweisung über eine eigene Ästhetik und Autonomie verfügt. Die Sprache ist sich sozusagen selbst genug. Der Sprechakt bedient sich der Worte, um sich zu formieren. Brock entwickelte in der Folge Theorien des automatischen Sprechens, wobei es darauf ankam, zu zeigen, daß die Form des Sprechens das Entscheidende ist, "denn wir verstehen ja Sprache nicht als Ergon, sondern als Energeia".

S. 52-53

[S.52]

Minus


ich selbst habe den Eindruck
der mich umschwebt
mein Ton der Blöße ist
abwechselnd grau
die Sprache ist Delphi
kaltes Klima
Denken in zweiter Instanz

Poetik ist ja alles Märchen
Vulkanisation der Antike
mehrtägige Landschaft
mit alle den Fingern einer Hand

Vulkanisation der Sprache
man wird gezwungen die
Heiligen zu behandeln
vor synthetischen Fernen
Fremdes in Eigenem aufzulösen

diese Operation ist noch ganz
unbekannt